Bin am 04.03.2015 von FRA losgeflogen nach Kambodscha (über BKK) um (mit einem Leih-Mopped) von der Hauptstadt Phnom Penh (PNNH) nach Siem Reap zu fahren und dort ausführlich Angkor Wat zu inspizieren.
Nachdem ich nun schon einige Tage im Land bin, bin ich etwas schlauer und kann anfangen Euch etwas zu berichten:
Motorrad mieten in Kambodscha!?
Auch hier ist Kambodscha in seiner touristischen Infrastruktur noch nicht so weit wie Thailand.
Trotzdem gibt es in allen kambodschanischen Touristenschwerpunkten (neben Phnom Penh noch der Badeort im Südwesten namens Sihanoukville und Siem Reap im Norden) Möglichkeiten (motorisierte) Zweiräder zu mieten. Neben Fahrrädern (Mountainbikes) kann man kleine Roller oder auch Enduromotorräder bis max. 250 ccm mieten.
Wenn man als „Foreigner“ in Kambodscha voellig legal elber fahren will, braucht man (eigentlich) einen kambotschanischen Fuehrerschein. Dieser kostet ca. 50 US-$ und braucht i.d. Regel 2-3 Tage, bis man ihn bekommt. Fuer meinen Teil hab ich mir die Sache geschenkt und auf meinen internationalen FS vertraut. Die Polizei hat weiss Gott andere Probleme, als irgendwelche Touristen zu kontrollieren.
Der Punkt, wo ein kambodschanischer FS natuerlich eine Rolle spielen koennte, ist bei einem Unfall. Aber dann hat man sowieso andere Probleme als den FS (Dir ist doch klar, dass man in Asien als vermeintlich „superreicher“Europaer immer die Schuld an einem Vorfall zugeschoben bekommt!? Das Gute daran ist, dass man m.E. jeden Vorfall mit Geld regeln kann, bzw. koennte)
Wegen der in unseren Augen völlig chaotischen Strassenverkehrsverhältnissen (auch in Vietnam kann Dir ein Roller auf dem Gehsteig entgegenkommen. Hier im Zweifelsfall aber 2 Stück gleichzeitig und die ohne Licht & ohne Nummernschild) würde ich mir es gut überlegen, gleich eine Enduro zu nehmen und damit loszudüsen. Wenn überhaupt würde ich versuchen, mich mit einem Roller langsam an die Verkehrsverhältnisse zu gewöhnen...
Mittlerweile hab ich zwei Probetouren im Hinterland von Phnom Penh (PNH) hinter mir. Mit ner kleinen Enduro (250er Baja). Sicherheitshalber erst mal mit Guide. Wenn mir jemand vermitteln kann, wie man hier Fotos einstellt (das ist ne Aufgabe, glaubt mir!), stelle ich Euch ein paar nette Pics ein...
Bis bald,
MarcoOF aus Kambodscha
Touren: Motorrad fahren in Kambodscha
- Hallo Marco,
Bilder musst du extern hochladen und hier verlinken.
Ich mache es über meinen Googleaccount. Dort gibt es den Punkt Fotos. Dort ein Album erstellen und öffentlich teilen. Anschließend das gewünschte Bild doppelklicken (Anzeigen lassen) Rechtsklick auf das Bild und "Bild-URL kopieren" klicken. Dann hier im Forum beim Erstellen auf "Bild" klicken. Jetzt die Bild-URL zwischen die eckigen Klammern kopieren.
Wenn du keinen Googleaccount hast kannst du die Bilder auch bei http://www.fotos-hochladen.net/ hochladen.
Gruss,
Tom - Hallo Marco,
ja, Mopedfahren in Kambodscha ist etwas anders als bei uns. Höchste Wichtigkeit hat dabei die Hupe, ohne die man dort vollkommen untergehen würde...
Dafür kümmert sich dort niemand um die maximale Zuladung des Gefährts: Eine Kleinfamilie nebst Schwein auf einem Roller ist normal und lässt einen gesetztestreuen deutschen Kradführer nur bei den ersten zwei oder drei Sichtungen erstaunen. Verkehrsregeln sind in der Tat so eine Sache da unten und schlafen auf dem Moped geht gar nicht, da immer höchste Aufmerksamkeit angeraten ist. Jeder passt auf jeden auf, hat es den Anschein. Als ich vor ein paar Jahren unten war, wurde uns gesagt, daß mindestens der Helm mitgeführt werden muß; Von Tragen war keine Rede...
Das Land ist wunderschön und Angkor Wat haut einem vom Hocker, wenn nicht gerade eine japanische Reisegruppe mit wimpelschwingendem Reiseführer vor einem ist. Dort ist es übrigens nicht Dein Tinitus, der das Zirpen in Deinen Ohren erzeugt, sonder mächtig große Grillen.
Genieße die Zeit da unten und komm wieder gut heim!
Gruß, Carsten - Warum fährt der nach Kambodscha in Urlaub und nicht ins schöne Braunlage/Harz oder nach Lenggries?
Für mich gabs als Urlaubsziel schon immer 3 Voraussetzungen : Erlebnisreich (am Pool zu liegen war noch nie meine Sache), bezahlbar, (wenigstens eingermaßen) sicher und mit Möglichkeit "irgendein motorrisiertes Zweirad" zu fahren (bin da nicht wählerisch).
Mir ist klar, dass Kambodscha als Zieldestination für Urlaubsreisen nicht für jedermann interessant ist. Warum sollte man/Frau in einem Land seine „wertvollsten Tage“ verbringen, das so weit von Deutschland entfernt ist? In einem Land, in den nach wie vor bestimmte Gegenden vermint sind?
Zur Antwort sollte man vielleicht etwas weiter ausholen.
Momentan erleben wir, dass grosse Teile der Welt wegen der zunehmenden Islamisierung fuer den Tourismus entfallen (welcher weitgehend ‚normale‘ Tourist faehrt heute noch nach Aegypten? Oder macht gar eine Rundreise in die prinzipiell sehr sehenswerten und kulturtraechtigen Länder wie Marokka oder Algerien?)
Möglicherweise bekommt man mit fortgeschrittenem Alter ein höheres Sicherheitsbewußtsein, aber ich wuerde heute z.B. nicht mehr nach Indonesien fahren (ein wunderbares Land, wo ich frueher schon mehrfach war). Vor diesem Hintergrund erleben andere Destinationen in den nächsten Jahren einen regelrechten Boom.
Zu diesen Ländern dürfte Kambodscha gehören. Kambodscha ist in einem Höchstmaße sicher, preiswert und für uns europäische Touristen herrlich unkompliziert. Zumindest auf dem Land ist Kambodscha da, wo Thailand vor 15 Jahren war. (In der Stadt gibt es nur wenige Unterschiede, Thailand ist halt geordneter & stukturierter). Da auch hier die Arbeitskraft nichts kostet und Kambodscha ein Heer an jungen & fleissigen jungen Leuten hat, die auch mehr & mehr besser ausgebildet sind, wird sich das Land rasant weiter entwickeln.
Der BereichTourismus nimmt schon jetzt einen tragende Rolle ein (die letzten Jahre hat Kambodscha angeblich jaehrlich einen Tourismus-Zuwachs von 40% gehabt.)
Das vorstehende Bild war von meiner 2. Endurotour (wieder einer geführten, als Vorbereitung für die "grosse", die dann alleine). Wenn Ihr mehr hören/sehen wollt von dem Thema, einfach ein paar entsprechende Postings. Dann halt ich Euch auf dem Laufenden...
Ps: In Kambodscha sind nur noch wenige Landstriche "minenträchtig", & zwar da, wo Touristen i.d. Regel nicht hinkommen. - ja, schick uns bilder und berichte
- Danke Marco, für die Erklärung deiner Motivation ausgerechnet dorthin zu fahren! Du hast ja Recht, viele Länder fallen auch für uns derzeit aus. Als blonde Frau aus dem Westen würde ich mich in vielen muslimischen Ländern auch nicht unbedingt wohl fühlen.
Es reicht, wenn ich beruflich dorthin muss.
Aber Kambodscha klingt vollkommen geil! Ich weiß allerdings nicht, ob ich wirklich dorthin will. Dazu weiß ich von der Region noch zu wenig.
Ich verfolge deine Postings mit Spannung!
LG - Liebe Angelika,
Dine Antwort zeigt mir wieder, dass nicht alles selbstverständlich sein muß, was fuer mich selbstverständlich ist. Destewegen meine ausführlichere Antwort.
In Kurzform : Kambodscha ist für Dich genauso sicher wie D. Und es gibt kein "weniger sicher" für Frauen. Grund : Die Einheimischen haben i.d.R. kein Interesse an Dir und die Touristen sind zu wenige... Asien ist mit muslimischen Ländern nicht zu vergleichen, wo man als Frau ständig darauf gefasst sein muss angemacht zu werden.
Dennoch : Kambodscha ist nicht Mallorca.
Kambodscha gehört für mich (neben Thailand & Vietnam) zu den sichersten Reiseländer. Wenn man ein paar Regeln beachtet, genauso sicher wie Deutschland.
Eine der Regeln lautet : Die so friedliebenden Süd-Ost-Asiaten können auch anders.
Im Urlaub stößt man in Kambodscha allendhalben auf liebenswerte, scheinbar tiefenstspannte Menschen. Was lassen die Einheimischen nicht alles mit sich machen : Lassen sich anquatschen in irgendeiner fremdländischen Sprache, von Menschen, die oft als zutiefst unhöflich betrachtet werden (Kinder schön über den Kopf streicheln = geht gar nicht!), lassen mit sich feilschen wegen Beträgen, die sogar für die Einheimischen lächerlich sind (wer die Klofrau von 10 Cent auf 8 Cent runterhandeln will, gilt kaum als „geschäftstüchtig“!). Oder bedienen im Restaurant mit gleichbleibender Freundlichkeit irgendwelche „freischaffenden Künstler“. Wer in D in ein Mittelklasse-Restaurant (nicht am Strand) mit Badehose, ohne Hemd & ohne Schuhe schlurcht, wird wahrscheinlich wieder rausgeschickt. In S-O-Asien nicht. Obwohl ihn die Einheimischen (genau wie ich!) für einen „Penner“ halten, wird er höflich & zuvorkommend bedient. Es gibt jedoch Umstände, in denen „Schluß mit Lustig“ ist, wo man blitzschnell das „andere Gesicht“ der Einheimischen kennenlernen kann.
In der Regel wird man das „andere Gesicht“ auch nicht kennenlernen. Meist geschehen solche Vorkommnisse, bei Einheimischen, die –für uns Juristen- sich gerade ein einem „den freien Willen ausschließenden Zustand“ befinden. Will heißen, ich mache um betrunkene Asiaten (meist Angehörige einer der unteren Schichten), immer einen großen Bogen. Wer schon mal erlebt hat, zu welche Rage diese Leute unter den genannten Umständen geraten können, weiß was ich meine. Wer in Kambodscha/Thailand ums Leben kommen möchte, legt sich am Besten zur vorgerückten Stunde mit besoffenen/bekifften Abfallsammlern an. Auch die ebenso geduldig wirkenden Frauen sind zu Gefühlsausbrüchen fähig, die man als Europäer kaum für möglich hält. Ohne weiter auf die Hintergründe eingehen zu wollen : Für Thailand hab ich vor einigen Jahren einmal gelesen, dass die Zahl an „nächtens von ihren Ehefrauen per Schneidwerkzeug entmannten Männern“ weltweit nirgends so hoch ist wie in diesem Land.
Auch wenn die Kerle das wahrscheinlich vorher so weit getrieben haben, dass sie es „verdient“ haben, stelle ich mir das für mich irgendwie nicht so richtig als erstrebenswert vor…
Also : Man/Frau kann sich auch in Asien jede Menge Sorgen machen. Über die zuehmende Umweltverschmutzung durch den Plastikmüll, wo der ganze Touri-Boom den hinführt, dass wir Europäer eigentlich auf Kosten der ärmeren Weltbevölkerung leben o.ä.
Das Thema "Sicherheit" gehört jedoch nicht dazu!
(Ob das an der Religion liegt, weiß ich nicht. Ist mir -in diesem Zusammenhang- auch egal )
Alles roger in Kambodscher,
Marco - Also gut, hier sinn nochn paar pics
Kaum zu glauben : Miten auffm Land (westlich von PNH) hab ich ein klassisches Tor im Khmer-Baustil entdeckt. Wahrscheinlich über 2000 Jahre alt!
Und hier kümmert sich kein Mensch darum! Im Gegenteil : Die Einheimischen haben alle gestaunt "Was fotographiert der dieses alte Geraffel?" - GuMo Marco,
klappt doch. Danke für deine Pics.
Ist der Verkehr wirklich so chaotisch?
Und das Tor sieht aus wie neu, dafür dass sich niemand drum kümmert.
Gruss,
Tom - Das mit dem Torbogen hab ich den Guide auch gefragt. Er meinte, dass es in Kambodscha nicht derart große Temperaturunterschiede gibt wie bei uns. Erschien mir logisch, die meisten Bauwerke frieren bei uns ja im Winter "auf"...
Mit dem Verkehr?
Im Prinzip ist er genau wie bei uns in Deutschland. Halt dreimal soviel Verkehraufkommen (davon 2/3 Moppeds & Roller). Und auf Ampeln und Fußgängerüberwege achtet keiner (gibt es zwar, ist aber anscheinend nur "für die Optik".) Polizei gibt es zwar, greift aber nicht in den "Verkehrsablauf" ein. Und jeder fährt buchstäblich wie er will, nachts auch ohne Licht. Aber sonst ? Ne, Verkehr wie bei uns auch ;) - Also morsche geht los!
Nach langen Hin- und Her hab ich einen Bike-Vermieter gefunden, der mir für 12 Tage eine Enduro
vermietn wollten. 2 andere haben da schwer rumgezickt, nachdem sie gehört hatten, was ich vorhabe. "You will dy" (was meint der damit?), bzw. "Cannot go"
Also morgen gehe ich folgende Srecke an (immer an der Ostseite-des Sees entlang) :
Habe bei diesem Händler eine vertrauenserweckenede Honda abgeholt :
Bloß mit dem mir angebotenen Helm konnte ich mich nicht so recht anfreuenden : Der war ca. 10 Jahre alt und so versifft, dass ich ihn nicht mal anlangen wollte (und mit den "guten Doppel-D-Verschluessen";). Der Händler hat zwar einen einmaligen Versuch gemacht mich umzustimmen mit "come on - go!", was wohl soviel heißen sollte wie "Stell Dich nicht so an, der geht schon!", aber für wenig Geld wollte ich mir irgendwo einen neuen Helm besorgen... - ...Als Erklärung zur Karte : Will morgen eine von den wenigen Bundesstrassen (in Rot eingezeichnet) von Phnom Penh nach Siem Reap (an der Norseite des Sees gelegen) befahren. Wenn man sich Zeit lässt (so 3 Tage), dann sollten die guten 300km doch zu schaffen sein. Fahre schließlich seit über 30 Jahren Mopped/Roller/Motorrad...Mein Helmkauf hat sich auch wieder zu einem kleinen Abenteuer ausgeweitet : Bei einem Laden mit einer Riesen-Helmauswahl angekommen
hat mich der junge Verkäufer gleich frontal gefragt "What you wanne pay?". Meine übliche Antwort in solchen Fällen "So wenig wie möglich" ("One Dollar"), kam bei ihm irgendwie nicht so gut an.
Er machte einen zweiten Versuch : Einen "Helm-Nachbau aus China (20US-$)" oder einen "Originalen (zwischen 60-120$)". Es stellte sich raus dass die "Originalen" besser gefälschte Kopien waren. Je mehr Geld man ausgab, umso mehr war bei der Helm-Herstellung auf die zu fälschden Logos Wert gelegt worden. Einen nahezu perfekt gefälschten NOLAN-Jet-Helm konnte man nur durch weitere Investigationen (Futter hochklappen und so) feststellen. 150 Öcken für einen -egal wie gut- gefälschten Helm, kam mir nun nicht so richtig preiswert vor. Meine Frage nach einen wirklichen von einem namhaften Hersteller gefertigtem Helm wurde mit "Oooh- you mean Original-Original" verneint. Also gut, no risk no fun. Habe mich für ein formschönes Modell eines unbekannten chinen. Herstellers entschieden. Einerseits als Sonnenschutz, andererseits weil das Windshield in jeder Position mechanisch zu befestigen war. Hat mich 30$ gekostet (schön ist, dass hier niemand mit 29,98$ rumkaspert!) Und fallen will ich ja sowieso nicht ;) - Ich verfolge deine Berichte mit Spannung. Danke, dass du uns mitnimmst.
Na da steht doch hinten links 'ne schmucke Transalp !!
- Bin wieder in der Zivilisation:
Meine Enduro-Fahrt nach Siem Reap.
Obwohl ich den Vorabend entgegen meinen Vorsätzen doch länger in dieser Bar geblieben bin, weil ich meinen beiden „four-in-a-row“ Spielpartnerinnen noch einen ausgeben mußte, nachdem die spitzbekommen hatten, dass dies mein letzter Abend in Phnom Penh sein würde.
Aber tapfer bin ich morgens um 05.30 Uhr aufgestanden, um dann um 06.30 Uhr auffm Bock zu sitzen. Bei meiner 250er Honda hatte ich am Vortag noch alle Flüssgkeiten gecheckt und die Kette nochmals geölt. Die Enduro war mit leisem „Aya-Aya-Sir“ willig angesprungen und ließ sich nun behende durch den zunehmenden Stadtverkehr lenken. Morgens ist klar die schönste Tageszeit in Asien : Die Luft ist klar, es gibt ein hervorragendes Licht zum Fotografieren und man lernt die Einwohner von einer ansonsten ungewohnten Seite kennen. Die halbe Stadt ist auf den Beinen, nutzt die (noch) kühle Luft aus und treibt Sport. Man sieht Dutzende von Joggern, die die Promenade am Fluß entlangjoggen. Oder – alleine das ist sehenswert- Gruppen von älteren Herrschaften (so zwischen 60-80 J.), die gemeinsam nach einem Vorturner Yoga-Übungen (Tai-Chi?) absolvieren. Schaut nett aus, eine Schaar von vielleicht 30-40 Oldies, die –alle in weißer Sportbekleidung- in Reihe und gestaffelt hintereinander die gezeigten Übungen nachturnen.
Voller Vorfreude auf unser gemeinsames Abenteuer schnurrte die Enduro willig durch das Gewusel Richtung Stadtrand. Irgendwie kam die die Fahrweise „Jeder fährt wie er will, aber jeder achtet auf den anderen“ mittlerweile logischer vor. Hatte ich mich an die Straßenverhältnisse schon gewohnt, oder nahmen die restlichen Verkehrsteilnehmer nur Rücksicht auf mich „Weissbrot“?
Nacheiner halben Stunde hatte ich den Stadtrand erreicht und weil ich (vor lautet Aufregung?) einmal Pipi mußte, hab ich an einer der typischen kleinen Dorftankstellen angehalten.
In Ermangelung einer „richtigen Tanke“ (so wie wir sie kennen), bauen die Kambodschies in (fast) jedem Dorf solch eine Behelfstankstelle auf. Hier kann man literweise Benzin kaufen, das praktischerweise in alte Getränkeflaschen abgefüllt wird. Auch wenn uns Europäern dies seltsam vorkommt, sooo schlecht finde ich das nicht, diese Notversorgung in tankearmen Gegenden. Was bin ich auffm Land in D schon durch die Gegend gekurvt, um Benzin zu bekommen. Wie oft habe ich dann notgedrungen irgendwelche Kompromisse gemacht (z.B. Münztanken), bloß weil - ohne „Saft kein Kraft“…
Auf dem Weg zur gesuchten großen Bundesstrasse Nr. 6 Richung Nord-Westen hatte ich erstmal mehrere Baustellen zu „überwinden“. Kaum zu glauben, was hier an Strassenbau unternommen wird! Quatsch, eigentlich schon zu glauben, da nach wie vor ca. 85% des kamboschanischen Strassennetzes unasphaltiert ist. Aber –wies immer so ist- sie müsse diese sicherlich notendigen Arbeiten ja nicht gerade dann durchführen, wenn der kleine Schippi da durch muß *seufz*
Das wirklich Nervige am Baustellenverkehr ist dass, das das „ungeschriebene Gesetz“ jeder fährt wie er will, hier wirklich seine Vollendung erfährt. Dazu muss man wissen, der Kambodschaner an sich tut nur ungerne irgendwo anstehen. Das bedeutet, dass die baustellenbedingte Verengung zur Einspur-Fahrbahn nur für die gilt, die müssen. Im Stau anstehen müssen somit nicht unbedingt irgendwelche Handkarren, alle Zweiräder und geländegängige Fahrzeuge. In der Praxis bedeutet dass, dass Fahrräder auf dem erst vor Minuten aufgebrachten Asphalt fahren, Zweiräder irgendwie aussenrum. Genau wie diese vereinzelten Jeeps von Neureichen. Da fährt ein vollbesetzter Renegade schon mal aussenrum über das Reisfeld, um sich an der alle Reisfelder umgegebenden Erhöhung (damit in der Regenzeit das Wasser auffm Feld bleibt) die Ölwanne zu schaben. Jetzt merkt er, dass für solche Touren sein Gefährt dennoch unter-equipt ist und will auf die einspurige Strasse zurück. Bloß da stehen dicht an dicht alle möglichen LKWs und Busse, die natürlich nur wenige Ambitionen haben, den neureichen Fatzke (nur zum Vergleich : Solch ein Gefährt kostet in Kambodscha wegen der saftigen Luxus-Steuer etwa ein Drittel mehr als bei uns. Der durchschnittliche Arbeitnehmer verdient aber nur etwa 250€ pro Monat) wieder einscheren zu lassen. Aber dasses es überhaupt weitergeht, läßt den Jeep halt einer rein. - Alle Zweiräder drücken sich seitlich an der langen Schlange von Zweckfahrzeugen vorbei unter Ausnutzung des schmalen Randstreifens. Warum erzähl ich das alles? Weil das Fahren in Baustellen in Kambodscha absolut nervig ist! Du kämpfst sowieso in der Regel sowieso gegen die flirrende Hitze,(Sonne und die der Dieselagregate) siehst Dich den Diesel-Abgasen der großen Trucks ausgesetzt (alle ohne Kat oder son Zeugs, ist ja klar), kämpfst Dich Stück-für Stück vowärts und darfst keine Sekunde, das „um-Dich-Rum“ außer Acht lassen. Weilde öfter von irgendwelchen Rollern überholt wirst, an Stellen, an denen Du gezweifelt hast alleine durchzukommen… Und weil Dir ständig Fragen im Kopf rumgehen „Der Bus strebt aber nun deutlich Richtung Fahrbahrrand wo ich bin. Hat der mich gesehen?“ bzw. „Wie steht sein Spiegel? Konnte der mich überhaupt sehen?“und „was könnte passieren, wenn er mich nicht gesehen hat?“. Zu guter Letzt gibt das das normal Nervige, dass ein jeder von uns kennt : Kupplung rein-Kupplung-raus-Kupplung…
Also kurz gesagt : Baustellen fahren ist in Kambodscha nicht schön, bzw. Scheiß-anstrengend (sorry, aber dieser Ausdruck war notwendig).
Umso schöner, wenn es nach der Baustelle und des langsamen Auflösen des nachfolgenden Staus so nach und nach wieder vorwärts geht. Nicht nur, dass man endlich etwas Strecke absolvieren kann, die kühle Luft bei Fahren ist recht wohltuend. Bin ich jetzt eigentlich schon auf der „Bundesstrasse“ Nr. 6 angekommen, oder bin ich noch auf einer der Zufahrtsstrassen? Egal, die Strasse ist nun deutlich breiter als vorher und ein Verkehrsschild „Siem Reap 295 km“ zeigt mir, dass ich richtig bin.
Gerne würde ich nun mal meiner 250er etwas die „Sporen geben“, aber angesichts der 6 natürlichen Feinde des Motorradfahrers in Kambodscha lasse ich das schön bleiben und fahre so mit ca. 65 km die höchstmögliche für mich zu verantwortende Geschwindigkeit.
Die 6 natürlichen Feinde des (vor allen Dingen europäischen) Motorradfahrers sind :
1)Alte Frauen, die langsam über die Strasse hatschen (weiß auch nicht, warum alle die Strasse wechselnden Greise alle weiblich waren)
2) In den Weg springende Büffel (diese mächtigen Teile bewegen sich meist ja sehr bedächtig. Sie können aber auch springen!)
3)Diagonal kreuzende Hunde (meist kleinere Promenadenmischungen)
4)Auf die Strasse laufende Kinder (obwohl sich die Kinder i.d. R. sehr diszipliniert verhalten. Wahrscheinlich haben Sie von Ihren Eltern ständig eingetrichtert bekommen, die Strasse zu meiden)
5)Seitlich sich in den Verkehrsfluß einfädelnde Rollerfahrer. (ohne vorherigen Blinker oder Handzeichen)
6) Kreuzende Fahrradfahrer (meist alte Männer –somit ist dem Gendergedanken wieder Gerechtigkeit getan) quälend langsam mit museumsreifen Fahrrädern.
Natürlich gibt es Abstufungen im Grad der Gefährlichkeit. Alte Leute (egal ob humpelnd oder radfahrend) sind nun mal berechenbarer als springende Büffel oder rennende Kinder.
Aber eigentlich egal. Jedes dieser 6 Hindernisse ist geeignet unseren Vortrieb in Bruchteilen von Augenblicken auf Null zu reduzieren. Da bei einem wie auch immer gearteten Unfall der „Barang“ (Khmer-Ausdruck für „Weißhäutige“. Vielleicht zu übersetzen mit Langnasen) die A…Karte (und zwar die goldene!) gezogen hat (und für alle Kosten großzügig Ersatz zu leisten hat, kann schnell in die Tausende vorn Euronen gehen. Wenns ganz blöd läuft z.B. Anfahren eines männlichen Kindes, auch zigtausende.) Wenn wir uns kurz dem Makaberen nähern wollen, hat das andererseits auch den Vorteil, dass man selbst einen grob fahrlässig verursachten Unfall gegen entsprechende Reparationszahlung abgelten könnte… ), wollte ich ums jeden Preis einen solchen Vorfall vermeiden. Hat leider nur den Nachteil, dass man nicht mehr locker und intuitiv fährt…
Nur sicherheitshalber In eigener Sache : Bin ich zu langatmig im Erzählen? Schreib ich zuviel? Zu wenig? Soll ich weitermachen oder reicht Euch des jezz ? - Gib uns mehr davon!
Habe es gerade mit großer Begeisterung gelesen.
P.S. ich schwing mich jetzt gleich auch noch auf den Bock und dreh eine 150km-Runde. Die wolligen 15°C müssen ausgenutzt werden. - Köstlich, das mit den "wolligen 15 Grad"!
Nur sicherheitshalber In eigener Sache : Bin ich zu langatmig im Erzählen? Schreib ich zuviel? Zu wenig? Soll ich weitermachen oder reicht Euch des jezz ?
Genauso weitermachen! Spannend!- NB: Was gibt's leckeres zu essen ?
- o.K. verfressen wie ich bin, versteh ich diese Frage gut "Watt gibbet dort zu essen?" zunächst mal : In den 3 Metropolen gibt es natürlich alles, wie in D auch. Habe kürzlich sogar einen meiner besten Cappuccino jemals getrunken- und das in Phnom Penh! War natürlich vorne bis hinten "Lavazza" und so. Als ich die Barista gefragt hätte, wo Sie das gelernt hätte (einschl. Kakao in Form einer Palme und so), sagte sie schüchtern grinsend : Barista-school Phnom Penh. Also man darf die Leute dort nicht unterschätzen, das Zusammenrücken der Welt durch das Internet bewirkt schon einiges... Zrück zur Frage : Grunsätzlich möchte ich sagen, dass die Kambodschanische Küche zwischen der vietnamesischen (die ich als relativ "flach" erlebt habe, Suppen können sie gut) und der Thailändischen (zu dieser fehlen Welten, was aber nicht verwundert, den die thailändische Küche hat unseren Geschmack wie kaum eine andere beeinflusst angesiedelt ist. Weiß jetzt nicht, ob das typ. Kambodschanisch ist, habe mehrfach super lecker ausehenden Fisch auffm Teller gesehen. Hat sich für mich nicht ergeben, Fisch zu essen, da dafür (für mich)eine bestimmte "Romantik-Situation" notwenig ist. Und die hats bei mir leider nicht gegeben, weil "alleine in Kambodscha". Was auf jeden Fall aber super lecker ist, ist eine National-Speise namens "Luk-Lak". Das ist scharf angebratenes (gewürfeltes) Rindfleisch, mit einer super delikaten Soße. Ist kein richtiges Biligessen (wird meist mit Reis und beilagen-Gemüse gegessen), aber 6€ sollte man schon verschmerzen können für ein ausreichendes (sättigendes) Mahl. Dennoch bin ich aus ganz anderen Gründen nicht so der Experte für Kambodschi-Essen : Es gibt sehr viele indische Restaurants. Und ich liebe indisches Essen mit seinem Lamm/mutton, mit Curry & Cardamon etc.! Destewegen hab ich sehr oft indisch gegessen gegangen(Hauptgericht auch so zwischen 4-7€), was ja in D alleine aus Kostengründen nicht machbar ist. Neben vielleicht Sushi dürfte m.E. die indische Küche in D die kostspieligste sein (egal warum). Ansonsten gibt es an thai angelehne Gerichte wie z.B. Pad Thai (gebratene Nudeln), auch sehr lecker. Also des Essens wegen würde ich nicht hierher fahren, man kann sich aber trotzdem sehr lecker durch den Tag schlagen;) Soviel zur Küche Kamboschas...
- Das große Hindernis : LKW´s , Überlandbusse & VIP-Klein-Busse
Für einen europäischen Motorradfahrer stellt sich somit auf aspaltierten Strassen Geschwindigheit zwischen 60-80 die höchstmögliche Geschwindigkeit dar. Gerade weil es auch auf den befestigten Strassen immer wieder unaspaltierte Streckenabschnitte gibt (Renovierungsarbeiten) und wegen der vorher beschriebenen 6 Hindernisse erscheint mir für den durchschnittlichen Motorradfahrer eine Geschwindigkeit über 60 als riskant, bzw. über 70 als halsbrecherisch. Leider aber nur für uns Zweiradfahrer.
Immer wieder wurde ich von großen Kraftwagen überholt, die mal mindestens 90 Sachen draufhatten. (Teilweise auch wesentlich mehr) Bloß diese haben den Vorteil, dass eine Erfassung eines kleineren Tieres nicht die Reise beendet (wahrscheinlich wird der Busfahrer wegen so einer „Lapalie“ nicht einmal anhalten). Weil diese Busse während ihremÜberholvorgang eine regelrechte Staubwolke mit sich führen, erschwert dies wiederum das Fortkommen des europäischen Zweiradfahrers. Wenn man vorher z.B. 70km fahren konnte, sinkt die Reisegeschwindigkeit nach einer solchen Staubattacke mal mindestens um 15 km. Falls der überholende LKW jedoch Sand geladen haben sollte (oder Getreidekörner o.ä), oder mit dem Randstreifen in Berührung kommt, ist die mitgeführte Staubwolke auf noch von spuerbarerer Konsistenz und reduziert nochmals meine Reisegeschwindigkeit (häufig genug auf Schritttempo *hust!*).
Bereits nach kurzer Zeit macht das Spiel „Herantasten an eine vernünftige Reisegeschwindigkeit – rüde überholt werden – nix mehr sehen – langsamer werden, bzw. anhalten- Herantasten an eine vernünftige …usw“ keinen richtigen Spaß mehr macht. Das Haupthindernis für den Zweiradfahrer istder bei (fast) jedem Überholvorgang feine aufgewirbelte, rote Staub, mit dem
ich bereits bei meinen beiden geführten Touren Bekanntschaft machen durfte. (de Konsistenz des Sandes kann man auffm Foto von der kleinen Tanke erahnen)
Am besten hätte ich mir solch einen Mundschutz besorgt (ähnlich eines OP-Mundschutzes), mit dem hier viele Zweiradfahrer unterwegs sind.
Zumal meine Klammotten bereits nach wenigen Minuten so verstaubt/verdreckt sind, dass man sich in menschlicher Gesellschaft nicht mehr so richtig wohl fühlt. Durch die geschilderten Umständen ist fast alle 20 km eine „Verschnaufpause“ und „Rachenraumfreispül“-Pause nötig. Leider gibt es an der Strecke i.d.R. weder geeignete Rastplätze (wie wir sie aus Europa kennen), sondern man ist froh, wenn man an einem „Kambodscha-Edeka“ (Wellblechhüttchen, das mit einem einzigen verglasten Getränke-Kühlschrank ausgestattet ist). Wenn es eine „Toiletten-Situation“ gab, war mir die häufig für alles was über die dringende Notdurft hinaus ging zu versifft (hab ich schon mal etwas vom ambivalenten Verhältnis der Einheimischen bzgl. persönlicher Körperhygiene und Sauberkeitsgefühl von Toiletten/Küchen gesagt?) und ich hab mir oft genug, mein Gesicht mit Trinkwasser aus Plastikflaschen gewaschen.
Zum Staunen, bzw. Belustigung der Kambodschis „Komischer Vogel, der hier mittem alten Mopped(=Armut!) durchkommt. Schaut aus wie die Sau, will sich aber in unserem Waschräumen nicht waschen, sondern nimmt kostspieliges Trinkwasser. Trotz seines Dachschadens scheint er aber ganz witzig zu sein…“
Die Umstände waren somit nicht geeignet, mal etwas Strecke zu machen.
Besser : Ermüdender Kampf um jeden Kilometer. Am ersten Tag war ich um ca. 17 Uhr so müde, dass mir auffm Bock schon die Augen zufielen. Als ich am Wegesrand –müßte ich einem Kaff namens Sralau gewesen sein, noch vor Kampong Thnor-, etwas zurückgesetzt- den Begriff „Hotel“
las, war ich glücklich, den ersten Tag beenden zu dürfen. Dass die Bude in D schwerlich einen einzigen * bekommen hätte, hat mich nicht in meinem Zustand nicht mehr gestört. Auffm Gang geduscht, im Zimmer (natürlich ohne son Schnick-Schnack wie Air-Con), das mit hoch genommene Bier getrunken – und sofort eingeschlafen…
Tja, das klingt jetzt alles für Euch nicht so richtig begeisternd. Ist mir klar. Wahrscheinlich sind mir zu diesem Zeitpunkt die Umstände auf die Psyche geschlagen. Wäre mit geeignetem Flügelmann wohl besser gegangen (Dazu später mehr). Leider sollte es sogar noch schlimmer kommen…
Am nächsten Morgen verschlafen und erst um 09.00 Uhr durch das Gerappel des Decken-Ventilators geweckt worden. Als Frühstück nur eine halbe Flasche Wasser (Frühstück gab es nicht in dieser 9$-Herberge), meinen Rucksack gepackt und raus zur Honda. Bereits um 10.00 Uhr lag über der Gegend eine bleierne Hitze, Sch…. Was war aber mit meiner Enduro geschehen? Der optische Zustand warbedauernswert ! In diesem optischen Zustand hätte kaum ein Schrotthändler in D das Teil auf den Hof genommen, die Kette war förmlich von rotem Staub „paniert“….
Netter Weise war der Hotelier (oder ein Nachbar) mit einem Schlauch zur Stelle und ich konnte mein Fortbewegungsmittel von dem roten Staub befreien und wenigstens die Kette neu einölen. Ohne Frühstück, ohne Kaffee steuerte ich meine Enduro weiter auf die B6…
Ich hätte es eigentlich wissen müssen! Der Kambodschaner trinkt morgens keine Kaffee!
Wenn ich morgens allerdings eíne Sache brauche, dann diese.
Ein paar km weiter finde ich an einem „Wellblech-Edeka“ erwartungsgemäß im Kühlschrank ein gutes Sortiment an Getränken. Unter anderem mehrere Döschen von diesem eisgekühlten Caffe-Ersatz (gibt’s auch in D an der Tanke), namens „Birdy“ oder so ähnlich.
Als ich der Kasse beim Bezahlen von zwei so Döschen war, fällt mein Blickauf – ich träume! Ein Ständer mit mehreren Beutelchen Gummitieren von Haribo! Ich glaub ich hab die kleinen „Cola-Flaschen“ von Haribo genommen. Im Schatten dann ein Döschen eisgekühlten „Espresso-Caffe“ und die komplette Tüte von Haribo. Der Mensch braucht so wenig zum Glück!
Gestärkt, aufgeräumt und frohgemut trägt mich die Enduro weiter RichtungNord-Westen.
Weiter geht es an unzähligen kleinen Dörfern vorbei, wo es viel zu gucken und zu staunen gibt.
Mir fällt einmal mehr auf, dass das „Fortbewegungsmittel Zweirad“ hier im ursächlichen Zusammenhang mit dem wirtschaftlichen Aufschwung steht. Als was werden die Moppeds hier nicht alles genutzt : Als Transportmittel, um einzelne Säue (lebende!) zu transportieren (leider finde ich das Pic nicht mehr), als Postfahrzeug (hab gestern ein quietschegelbes DHL.Mopped gesehen, professionell in Gelb/rot lackiert) oder halt als Familienfahrzeug.
Auf dem Foto seht Ihre eine typische sonntägliche Ausfahrtsituation einer Familie in Kambodscha. Wahrscheinlich holen se gezz noch de Omma ab... - Leider stand meine Weiterreise unter keinem guten Stern. Ausserlich körperlich unversehrt, hatte ich jedoch zunehmend innere Probleme mit „Buddhas Rache“. Weiß der Geier, was ich gegessen, bzw. getrunken hatte, was nicht ganz einwandfrei war (Es waren nicht die abgelagerten Haribo!). Obwohl ich beim Essen generell aufpasse (nur Gekochtes/Gebratenes, keinen frischen Salat und so), hatte ich mit zunehmendem Magengrimmen zu tun. Habe ja das einheimische Wasser in Verdacht. Obwohl jede einzelne Flasche versiegelt ist, traue ich dem Wasser doch nicht so ganz. Zumal das Zeugs immer so einen leicht (!) brackigen Gechmack hat (Und es gibt im Land m.E. nur dieses eine Wasser. Genau wie es anscheinend auch kein Waser mit Kohlensäure zu geben scheint) Wie Ihr Euch vorstellen könnt, gibt es Sachen, die kann man auffer Moppedtour brauchen „wie ein Loch im Kopf“. Dazu gehören eindeutig alle Durchfallzustände!
Nun bin ich als Reisender Profi genug, den ärgsten Auswirkungen wirksam entgegen zu treten.
2 Stück Imm*dium (0der die bei uns wesentlich preiswertere Alternative namens Lopidium, oder so ähnlich) eingeworfen und „Ruh is“. Natürlich bedeutet das „unten zumachen“ nicht, dass alles wieder erledigt wäre. Man sollte dann natürlich bei weiterer Nahrungsaufnahme Bedacht walten lassen. Für meinen Teil esse ich normalerweise 24 Stunden nichts mehr. Bloss „keine Energiezufuhr“mehr bei solch einer Strapaze ? Habe die nächsten Stunden versucht, meinen Energiebedarf durch Trinken von Cola (auch anstelle von Wasser) zu decken. Nachvollziehbar trübte sich meine Stimmung auf den nächsten Kilometern ein. Man hat ja Zeit auffm Mopped. Was sind mir nicht alles für seltsame Gedanken durch den Kopf
gegangen : „War sowieso ne Schnappsidee diese Tour ganz alleine anzugehen!“ :roll: Hättste man besser einen „Flügelmann“ (meinetwegen auch –Frau) mitgenommen. Oder : Was heißt „Durchfall“ auf Khmer? (Die Sprache der Kambodschaner). Ob man in angeschlagenen Zustand einen Arztfindet? Inwieweit beeinflusst mein Magengrimme meine Fahrfähigkeiten, bzw. meine Konzentrationsfähigkeiten? Und : Mein Gott Marco, was bisde nicht auch fürn Weichei! Du hast doch soviele bunte Lichtbildervorträge übers Fahrten in ferne Länder gesehen. „Motorradfahren in allen Wüsten der Erde“, „Von Alaska nach Feuerland“ oder „einmal quer durch Neuseeland“. Hat man jemals davon gehört, dass diese Helden ganz profan die Schei…erei hatten? Nein, nie! Geht wahrscheinlich nur mir so! :ups: