Hallo,
In einem Beitrag zu einem Reifenthema habe ich es schon kurz erwähnt. Hier möchte ich jedoch einen gesonderten Thread zu meiner Balkanreise eröffnen und erhoffe mir von euch nützliche Tipps, bzw. wertvolle Erfahrungswerte, die mir auf meiner geplanten Reise von Nutzen sein könnten.
Hintergrund meiner Reise ist folgender: Im Jahr 2009 war ich geschäftlich für 6 Monate in Griechenland, um dort ein Projekt zu leiten. In dieser Zeit habe ich eine sehr enge Freundschaft zu einem Arbeitskollegen geschlossen. Dieser Kollege lebt nun seit einem Jahr in Deutschland, jedoch befinden sich viele seiner Habseligkeiten, unter anderem ein Schatz namens RD13, in seiner Heimatstadt Thessaloniki. Da ein LKW-Transport der Alp von dort nach DE sehr teuer ist, bot ich ihm an, seine Maschine über den Balkan nach DE zu fahren. Er nahm mein Angebot in der letzten Woche dankend an und ich kann nun mit der Planung der Reise beginnen.
Daten:
Ich werde in diesem Teil meiner Routenbeschreibung immer wieder Aktualisierungen durchführen, sobald ich mehr Details habe. Verzeiht mir also bitte die zum jetzigen Zeitpunkt noch recht grobe Routenschilderung.
Meine Reise wird am So. 4.8.2013 in Thessaloniki beginnen und soll voraussichtl. 7 Tage dauern.
Westwerts werden einige Bergpassagen nach Kastoria führen. Von da an geht es nordwärts nach Agios Germanos, dem letzten Ort vor der Mazedonischen Grenze. Dort möchte ich die erste Nacht verbringen.
In Mazedonien soll die Reise entlang des Sees Prespa und Ohrid in Richtung Nordwesten führen.
Die Stadt Ohrid wird durchfahren und es geht weiter nordwärts bis zum Grenzort Debar welcher nur wenige Km von der Grenze zu Albanien entfernt ist. Hier möchte ich, obwohl noch ein paar Tageskilometer mehr drin wären trotzdem übernachten.
Die ca. 280 darauffolgenden Km durch Albanien möchte ich, wenn möglich an einem Tag abspulen bis ich in der Stadt Ulcinj in Montenegro angekommen bin.
Hintergrund hierfür sind die vielen negativen Reiseberichte von Motorradfahrern, die durch Albanien gereist sind. Diese Berichte handelten von einheimischen, als Polizisten verkleideten Personen, die versuchen so viele ausländische Reisende wie möglich zur Kasse zu bitten. Da ich niemals zuvor in Albanien war und alleine unterwegs sein werde, bleibt mir vorerst nicht anderes übrig, als diese Geschichten für voll zu nehmen, weswegen mir das albanische Pflaster zu heiß erscheint um mich dort länger aufzuhalten.
In Montenegro soll meine Reise zuerst in Richtung Norden gehen, bis ich den See Skadar erreiche. Ab hier geht es den See entlang gen Westen zum Lovcen Nationalpark. Danach gilt des den See, der, ich glaube, Boka Kotorska heißt zu umfahren und an die kroatische Grenze zu kommen.
Ab hier weiß ich nicht genau wo und wann ich übernachten werde. Soweit nicht weiter planbar, wird ab jetzt improvisiert :)
Nun beginnt, laut anderen Erfahrungsberichten, der landschaftlich schönste Teil der Tour. Die kroatische Küstenstraße nach Dubrovnik und weiter über den kleinen Küstenanteil Bosnien-Herzegovinas wieder nach Kroatien rein. Es geht weiter entlang der Küste richtung westen. An der Stadt Split vorbei bis nach Zadar. Hier werde ich einen Bekannten, der zu dieser Zeit dort bei seiner Familie Urlaub macht besuchen.
Weiter gehts entlang der Küste nach Rijeka und von dort nach Norden nach Slowenien.
Ich hätte liebend gerne die Stadt Ljubljana besucht, jedoch wird die Zeit hierfür wahrscheinlich nicht ausreichen. Ganz gestrichen, habe ich diesen Gedanken jedoch noch nicht... wir werden sehen :)
Die Route durch Slowenien ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht geplant. Grob soll sie allerdings nach Ajdovscina führen und von dort aus nach Norden durch die Berggebiete.
Wenn möglich möchte ich durch den Triglavski Nationalpark an die österreichische Grenze kommen.
Die Route durch Österreich steht noch überhaupt nicht fest, da hier natürlich viele Pässe die Versuchung auf gelegentliche Abstecher verstärken.
In DE angekommen werde ich über schöne Landstraßen bis nach Neckarsulm fahren und bin somit auch schon wieder zuhause angekommen.
Mit dem Motorrad war ich bisher in keinem der Länder, bis auf DE und GR unterwegs und habe keinerlei Erfahrung mit den Strecken und deren Beschaffenheit, weswegen sich die Ortskundigen unter Euch vielleicht über meine Route wundern.
An dieser Stelle möchte ich diejenigen, die eine solche oder ähnliche Tour schon hinter sich haben bitten, mir Tipps für Übernachtungen oder Strecken zu geben, welche aus Sicht eines Alpers unbedingt befahren werden müssen. Gerade Slowenien und Österreich sind streckenmäßig sehr verführerisch und ich habe überhaupt keine Ahnung wo ich dort entlang fahren soll. Ich befürchte, dass vielen Alpenpässe keinen Spaß machen werden, da meine Tour direkt in die Hauptreisezeit fällt.
In meiner Beschreibung erwähnte ich, dass ich alleine reisen werde. Dies soll aber nicht als fixe Gegebenheit dargestellt werden. Sollte sich hier jemand unter Euch befinden der sich zu dieser Zeit vielleicht in de Nähe befindet, darf er/sie sich gerne bei mir melden und wir können die Tour gerne gemeinsam fahren.
Viele Grüße und Danke schonmal vorab für Euer Feedback.
Touren: Balkantour 2013 GR-DE in 7 Tagen
- Albanien ein heißes Pflaster - wohl nur aufgrund der Temperaturen im August.
Ich selbst war schon in Albanien unterwegs, sowie auch einige meiner Bekannten. Weder ich noch meine Bekannten hatten schlechte Erfahrungen in ALbanien - ganz im Gegenteil.
Wenn du glaubst, dass in Kroatien der landschaftlich schönste Teil deiner Reise beginnt, dann solltest du dich inhaltlich noch sehr mit den von dir zu bereisenden Ländern auseinander setzen. IMHO ist Montenegro was landschaftliche Schönheit anbelangt nur schwer zu übertreffen.
Lange Rede kurzer Sinn, ich würde die Reise so anlegen, dass ich möglichst viel Zeit/Kilometer in Mazedonien, Albanien und Montenegro verbringen kann und dann möglichst flott heimfahren. Nach Österreich kommt man schnell einmal, auch nach Kroatien ist es eigentlich nicht recht weit. Aber noch weiter südlich wird es dann wohl schon zeitaufwändiger, wenn man aus'm Spessart anreisen muss.
Und glaub den Räubergeschichten nicht.
Den Link zu vertonten Bildern von Montenegro/Albanien findest du HIER
Bitte auch etwas weiter runterlesen um entsprechende Tipps bzgl. GEMA zu finden.
Im übrigen, der von dir beschriebene Küstenstrassenabschnitt ist das ödeste, was es da unten gibt. Und vor allem, du hast extrem viel (Schwer)Verkehr. Erst viel weiter oben im Norden macht die Küstenstrasse Spass, weil da auch entsprechende Kurven sind.
Meine Touren vindest du, wenn du in meiner Signatur "Meine Touren" anklickst. Dort kommst du dann auf GPSies.com und kannst dir ein paar schöne Strecken raussuchen.
P.S.
Ein gaaaaanz wichtiger Tipp noch...
Nachdem die Strecke die du machen willst ja net gerade kurz ist, und durch die schönsten Landschaften führt, welche die Balkanhalbinsel zu bieten hat, versuch, dass du mehr als nur 7 Tage Zeit hast. 10-12 TAge sollten es schon sein. - ..ich kann kurt nur recht geben...die küstenstrasse ist nicht lohnenswert..zeitraubend und kann nervenschädigend sein...7 tage sind mehr als knapp...und wenn du zeit sparen willst dann musste du autobahn ab dubrovnik fahren...kostet und ist langweilig...aber dann schaffste auch lubljana...und dann weiter auf der autobahn..bis zum spessart..
lg stephan - Hallo Ralf,
du hast ja noch ein wenig Zeit, dich über die von dir zu durchquerenden Länder zu informieren. Vielleicht hilft dir ja auch mein Albanien-Reisebericht auf meiner Homepage:
http://www.sidebikeregina.de/albanien_2010.html
Ganz ehrlich: Nimm dir Zeit, viiiel mehr Zeit. Ansonsten ärgerst du dich eventuell später über deine Hetzjagd durch diese wunderbaren Länder. Albanien ist ein tolles Land mit netten Leuten, Montenegro....wunderschön!
Falls du Interesse hast: Wir Reise-und Endurofahrer treffen uns immer am 4. Dienstag im Monat um 19.30 Uhr zum Stammtisch in Gelnhausen-Hailer in der Gaststätte " Europa", Das nächste Mal am 26.02.
Dort können wir gern noch ein bissi über deine Tour schnacken...
LG Regina - Was begrenzt dich denn auf eine Woche? Ist es die Familie, mit der man die restliche Urlaubszeit verbringen will, oder die Arbeit? Versuche unbedingt zwei Wochen zu bekommen. Plan auch mal eine Panne ein! Du kennst die Maschine gut?
Für Ljubljana reichen auch mal ein paar wenige Stunden. Die hübche Altstadt ist recht kompakt und hat ein lebendiges (studentisches) Leben. Von der Burg hat man einen schönen Rundumblick.
Nach Ljubljana würde ich auf kleinen Straßen über Bled nach Planica und dort im Dreiländereck nach Östereich fahren. Allemal besser als auf der Autobahn und durch den Karawankentunnel! - Hallo,
zu allererst möchte ich euch für euer Feedback danken. Ich bin wirklich sehr froh wenn ich an der ein oder anderen Erfahrung von Anderen lernen kann.
Nun, das Durchstöbern von Reginas Albanienbericht und Kurts Routen hat mich echt umgestimmt.
Ich werde wohl die Route nach Norden hin verlängern um im Nordwesten von Albanien nach Montenegro reinzufahren. Danach weiter nach Bosnien-Herzegowina richtung Sarajewo. Ab diesem Punkt dann strikt Westwärts nach Kroatien rein und in die Stadt Zadar. Ab dann jedoch möchte ich die Küstenstraße nach Rijeka fahren.
@Kurt: Ist die Küstenstraße von Zadar nach Rijeka einer der von dir erwähnten spannenderen Routen im Norden?
Die 7 Tage waren ursprünglich geplant, da mein Masterstudium recht viele Urlaubstage in diesem Jahr verschlingt. Betrachte ich einzelne Prüfungen jedoch rationaler, denke ich, dass ich doch noch ein paar weitere Tage rausholen kann und somit die Reise auf 11-12 Tage verlängern kann.
@Picasso: Pannen hab ich in sofern eingeplant, dass ich einen Satz Werkzeug und jeweils einen Ersatzschlauch für vorne und hinten mitnehme.
Gruß,
Ralf - Hallo Ralf
Küstenstrasse ist IMHO nur zwischen Starigrad und Karlobag interessant zu fahren. Da führt die Strasse direkt entlang der Küste und macht jede Biegung mit. Außerdem wurde sie vor wenigen Jahren frisch asphaltiert und hat auch guten Grip.
Den Großraum der Stadt Zadar würde ich meiden. Ist halt eine Großstadt - viel Verkehr, Gewerbebetriebe trostlose Gegend.
In der Nähe von Starigrad, bei Obrovac, ist der Zrmanje Kajon. Den sollte man sich angesehen haben - vor allem wenn einem die Winnetoufilem gefallen. In dem Kanjon wurde nämlich ein Teil des 1.Films, die Kanuwettfahrt zw. Winnetou und Old Shatterhand gedreht.
Weiter im Süden, auch an der Küste gibt es die Stadt OMIS. Da kann man den Berg rauffahren, was mit ganz tollen Ausblicken belohnt wird.
Ein paar Kilometer weiter im Süden ist die Makarska Riviera. Dort ist im Biokovo Gebirge der Berg "Sveti Jure". Da kann man von 0 m auf 1762 m üNN rauffahren. Track findest du in meinen Touren.
Bei Karlobag würde ich dann wieder ins Landesinnere abbiegen, Richtung Gospic. Und dann weiter zu den Plitvicke Seen - ein absolutes muss. Man sollte sich aber ein paar Stunden/einen Tag Zeit nehmen für dieses Naturwunder.
In Montenegro musst du unbedingt ins Durmitorgebiet fahren. Weiters ist die Bucht von Kotorebenfalls ein muss eines Montenegrobesuchs. Wenn es geht, plan die Etappe so, dass du das Nachtleben in Kotor genießen kannst. Dort brummt das Leben - viel junge Leute= Studenten.
In Albanien musst du damit rechnen, dass viele der Strassen die du benutzen möchtest, auch wenn sie in der Karte rot - also Hauptverkehrswege - eingezeichnet sind, in Wirklichkeit Schotterstrassen sind.
Zum Beispiel ... Diese Strecke ist die sogenannte Thethrunde und sind 100 km nicht gerade einfach zufahrender Schotter. In Google Maps ist diese Strasse gelb eingezeichnet - also eine Strasse 2. Ordnung.
Aber wenn man in Albanien nicht von den Asphaltstrassen runterfährt, hat man Albanien nicht gesehen!
Und scheue dich nicht vor den Leuten dort. DIe sind hilfsbereit und freundlich - manchmal sogar schon so hilfsbereit/gastfreundlich, dass es uns Mitteleuropäern schon wieder unangenehm wird.
Pubertierende Jugendliche sind so wie bei uns - lassen den großen Macher raushängen und sind unheimlich cool, aber sie sind eben nur Jugendliche. Zumeist ist irgendwo ein Erwachsener, der ein wachsames Auge hat und sie speziell bei Touristen zurückpfeift.
In Rreshen bei unserer Hotelsuche, blieb Verena bei den Motorrädern, während ich mich ums Hotel kümmerte. Im Anschluss erzählte sie mir, dass jedesmal, wenn sich die Jugendlichen den Motorrädern auch nur genähert haben, sie von älteren Erwachsenen tlw. auch unsanft zurück gepfiffen wurden.
Also, keine Angst.
Kurt - Bezüglich Zadar muß ich dir widersprechen.
Ein Besuch lohn sich. Schon allein wegen der Meeresorgel
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sonntagsspaziergang/1096270/ @Picasso: Pannen hab ich in sofern eingeplant, dass ich einen Satz Werkzeug und jeweils einen Ersatzschlauch für vorne und hinten mitnehme.
Vorbildlich, aber ich hatte eigentlich den Zeitfaktor gemeint. Irgendwo unterwegs ein Rad aus dem bepackten Moped ausbauen und umschlauchen, kann ja auch mal schnell einen halben Tag verschlingen. Nicht dass du dann gezwungen bist im Dunkeln weiterzufahren um dein Zeitplan einzuhalten. Von daher ist die jetzt gestreckte Variante sehr hilfreich.
Und plane bitte auch ausreichend Zeit ein, um die Tour für uns zu bebildern!- Ok, ich wurde nun endgültig überzeugt. Die Reisezeit wurde nun auf 13 Tage +1 Tag Reserve verlängert.
Kann ich den Threadtitel nochmal überarbeiten? - Pack auch noch einen 12V Kompressor ins Fach unter der Sitzbank!
Damit kannst du die Reifen rasch und unkomliziert aufpumpen. Und nimm Flickzeug mit, was machst du sonst beim zweiten Plattfuß?
Aber einen halben Tag fürs Schlauchwechseln wirst du mit etwas Übung nicht brauchen, maximal eine Stunde. Die drei Montiereisen passen übrigens auch unter die Sitzbank!
Wobei 8.8.? Könnte sein, dass ich da Zeit habe und ev. mitfahre - die Gegend reizt mich schon lange. Ich muss aber vorher natürlich per Achse runterfahren.
LG Andi Ok, ich wurde nun endgültig überzeugt. Die Reisezeit wurde nun auf 13 Tage +1 Tag Reserve verlängert.
Na siehst du, alles wird gut ... Und wenn du jetzt auch noch SLO und AUT auf deinen Weg nach Hause zügig durchquerst, weil du es ja als extra Tour in einem anderen JAhr machen kannst, dann bleibt dir fürs erste Mal wirklich ausreichend Zeit am Balkan.- Herzlichen Glückwunsch zu Deinem Entschluss.
Ich glaube Du wirst genug Zeit haben alles anzuschauen und zu geniessen.
Ich war letztes Jahr in einer Woche von der Südtürkei wieder daheim (auf einer Enfield mit 27PS) .... alleine reisen macht einen im Vergleich zur Gruppe echt schnell (auch wenn man gemütlich fährt, aber bis allein vier Mann beim Frühstück, packen, zahlen, tanken etc. fertig sind....da ist man allein schon 70 KM weit)
Und ich muss auch sagen...Albanien ist echt nicht so schlimm wie es immer heißt, mir hat niemand etwas böses gewollt.
Fährt von von Griechenland auf der Albanischen Seite vom Ohrid See bis Tirana hat man eine echte Traumstrecke vor sich. Berge, Kurven, wenig Verkehr .... kann ich sehr empfehlen.
Montenegro ist auch toll von der Landschaft und ich persönlich war von der Küstenstraße ab Kroatien fast etwas genervt und hab mir irgendwann sogar die Autobahn angetan um diesen "Zieher" abzukürzen.
Als Alternative bieten sich auch Bulgarien und Rumänien an.
Weite Teile sind sehr ursprünglich. Die Menschen sehr nett und es gibt schöne, legale Offroadstrecken, die man unbedingt einbauen sollte.
Alles beste für Deine Tour (bin ein wenig neidisch)
Roberto
...alleine reisen macht einen im Vergleich zur Gruppe echt schnell (auch wenn man gemütlich fährt, aber bis allein vier Mann beim Frühstück, packen, zahlen, tanken etc. fertig sind....da ist man allein schon 70 KM weit)
Genau so ist das: Deshalb fahre ich - fast - immer alleine- Kann die Kommentare von VaraKurt nur unterstützen. Wir waren zum ITT 2008 (Parga) und ITT 2012 jeweils komplett auf dem Landweg über den Balkan anreist. 2008: über Nordkroatien, Slavonski Brod durch das bosnisches Bergland, Sarajewo, Montenegro, Zabljak, Taraschlucht, Podgorica nach Albanien. Wegen den (auch uns mitgeteilten) Warnungen über den Süden Albaniens damals über Tirana und Elbasan am Ohrid-See vorbei nach Griechenland. Auf dem Rückweg wollten wir Girokaster besichtigen, haben deshalb alle Warnungen in den Wind geschlagen und sind über Girokaster, Fier, Lushnje, Durres wieder in den Norden gefahren. Feine Pensionen gefunden. Und viele einfache, aber wirklich gastfreundliche und hilfsbereite Menschen, die unter harten Bedingungen überleben müssen, und trotzdem quasi noch das letzte Hemd mit ihren Gästen teilen.
Insgesamt dreimal gab es schlechte Erfahrungen: Zweimal wegen unseres Hundes, der im Beiwagen mitgereits war. In Zabljak wollten uns weder die größeren, noch kleinere Hotels oder Pensionen ein Zimmer geben. Als Grund wurde der Hund genannt. Vielleicht spielte zusätzlich noch die Anreise mit dem Motorrad-Gespann eine Rolle. War halt kein Benz oder Porsche. Es war ja mal ein mondäner Urlaubsort. Zabljak. Damals, in Groß-Jugoslawien unter Tito. In 2008 aber nur noch Verfall. Verfall und Müll und Gestank. War aber auch Montenegro, nicht Albanien. Kein Problem, raus gefahren, Zelt aufgebaut und gut wars - nur schnell weg hier.
In Kotor mussten wir dann notgedrungen einen Aufschlag von 100% auf das Zimmer einer kleinen Pension zahlen und den Hund draußen auf der Veranda anbinden. Die großen Hotels waren damals alle noch kaputt oder geschlossen. Oder beides. Naja, 100% auf 10 Euro waren zu verschmerzen, und lange blieb der Artus eh nicht draußen. War aber ebenfalls Montenegro.
In Albanien wurde mir ein einziges Mal etwas unwohl in der Magengrube. Da wurden die Lekë für eine Tankfüllung etwas eigensinnig in Euro umgerechnet. Gab so 1 oder 2 Euro (vieleicht waren es auch 3) mehr als nach amtlichem Kurs. Und kassiert wurde direkt an der Zapfsäule von 6 (in Worten: sechs) Tankstellenangestellten, die uns gleichzeitig umringten. Kerle wie Schränke. Hätten auch als Türsteher vor einer Ruhrgebietsdisco eine richtig gute Figur gemacht. Nein, ich habe nicht lange diskutiert, nein, ich habe nicht meinen Taschenrechner gezückt, nein ich habe nicht laut nachgerechnet. Bezahlen und ab. Vielleicht hat mich die physische Präsenz der Figuren auch mehr beeindruckt, als eigentlich beabichtigt ware - eindruckvoll war die Inszenierung in jedem Fall. Andererseits wurden wir an einer anderen Tankstelle vor einer Zapfsäule gewarnt, in deren Tank vermutlich mit Wasser gepanschter Sprit plätscherte. Ich habe im Nachhinein von Anderen gehört, dass das tatsächlich nicht unüblich gewesen sein soll.
In 2012 sind wir dann durch das ceraunische Gebirge und über den Llogara-Pass in Richtung Süden gefahren. Abenteuerliche Straße, wundervolle Ausblicke - aber leider auch viel Regen. Und die erst wenige Jahre zuvor neu geteerte Straße schien wirklich nur neu geteert worden zu sein. An Armierungen oder Stützmauern hatte wohl keiner gedacht. Nördlich von Himare war die talwärtige Fahrspur komplett abgerutscht. Auf einer (aus der Erinnerung geschätzten) Länge von ca. 10 m; abgesichert mit je einem Felsbrocken am Anfang und am Ende. Tagsüber gut zu sehen, nachts weniger gut. Für die kleine Transalp war das kein Problem. Kurzer Check: kein Gegenverkehr. Auch Keiner hinter uns, der gerade zum Überholen ansetzt. Also rüber nach links, an den zwei Felsbrocken vorbei und weiter.
Auf dem Rückweg sahen wir eine Woche später Fernsehnachrichten über einen abgetürzten Reisebus. Das Unglück geschah im ceraunischen Gebirge, nördlich von Himare. Es gab einen nationalen Trauertag, die Nachricht erreichte auch Deutschland. Schade. Der Fahrer hat die Felsbrocken-Absicherung wohl nicht so schnell gesehen wie ich. Oder die Straße war noch ein Stückchen weiter abgerutscht. Allerdings war darüber in den offiziellen Nachrichten nichts zu lesen oder zu hören.
Aber das sind so Geschichten, die wir später mal mit leichtem Gruseln unseren Enkeln erzählen können. Im Großen und Ganzen war Albanien ein schönes Erlebnis, eine buntes und gastfreundliches Land. Wir werden sicherlich noch einmal wieder dorthin fahren!
Dies Jahr ist dann aber doch Rumänien dran. Halt ohne ITT - wird wohl auch gehen. Dafür mit Enduromania.. Und wenn wir es organisiert bekommen, noch mit ein bisschen Faltbootpaddeln im Donaudelta mit dem RZ85. Muss ja nicht immer Mopped sein...
- Ich trage mich derzeit auch mit dem Gedanken eine Balkantour, allerdings von Berlin aus, zu machen. Im August habe ich drei Wochen Urlaub und da soll es dann losgehen.
Eine erste, grobe Planung habe ich auch schon.
Siehe:
http://transalp.bergsuechtig.de/archive/616
Aber ich bin jederzeit offen für Anregungen und Tipps.
Würde mich sogar freuen wenn ihr mir da behilflich sein könnt.
Auch wenn ich da nicht allzu viel Erfahrung habe, möchte ich doch zu gern auch einige Schotterpisten etc. fahren.
Von euch sind ja einige, vor allem Varakurt, schon da unten unterwegs gewesen.
Momentan bereite ich meine Transe schon mal darauf vor.
Neue Reifen (Conti TKC80), Alumotorschutz sind schon dran.
Progressive Federn (vorn u. hinten) sowie Alukoffer folgen noch. U. diverse Kleinigkeiten werden noch angebaut um die Maschine etwas "härter" zu machen.