Wir haben zwei ziemlich ereignisreiche Tage hinter uns. Mal davon abgesehen, dass uns die Temperaturen von um die 35°C und mehr fast umbringen - oder die Sache zumindest nicht erleichtern, haben wir auch sonst nicht immer Glück.
Oder wie ein Sprichwort sagt, "Wenn man Pech hat, kommt das Unglück auch noch dazu."
Aber der Reihe nach.
Nach unserer wirklich guten Übernachtung auf dem CP in der Nähe von Leskovik - wo ich meine Stirnlampe hab liegen lassen (sie dürfte mir unters Bett gerutscht sein - aus den Augen aus dem Sinn) ging es erst mal zum Tanken nach Leskovik, wo wir gleich einmal 55% unserer ALL (= albanische Lek) verbraucht haben. Einigermaßen überrascht waren wir vom Spritpreis, der umggerechnet 1,80 Euro entspricht. Gut, ich hab mich darüber nicht schlau gemacht, bin aber von unserer Reise 2011 ausgegengen, wo der Sprit deutlich günstiger war.
Frisch aufgetankt gings dann entlang der geplanten Route zügig weiter .... bis, die Asphaltstraße sich in eine Baustellenschotterpiste verwandelte. Gut, für albanische Verhältnisse nix ungewöhnliches ... also weiter. Diese gute Piste endete bei einer Wasserkraftwerkbaustelle. Wir übersetzten den Fluß auf einer behelfsmäßigen Brücke, und schlagartig veränderte sich der Charakter der Straße. Sie wurde enger, ausgefahrener, ausgewaschener.
Das Fahren erforderte viel mehr Konzentration und tlw. auch Kraft ... und da ganze bei gut 35°C und fast gänzlich ohne Schatten. GsD hatten wir NOCH genügend Trinkwasser dabei.
Bei einer fiesen Wasserrinne federte meine Alp mit der Gabel so stark ein, dass sich das untere Ende des vorderen Kotflügels mit der unteren Sturzbügelaufnahme verkeilte und ihn teilweise abbrach. An ein weiterfahren war so nicht zu denken. Also musste der Kotflügel demontiert werden.
Dabei überholte uns eine tschechische Endurogruppe, die wir a n diesem Tag noch mehrmals sahen, nämlich immer dann, wenn sie Pause machten.
Nach etlichen Kilomertern auf dieser Piste - es waren ca. 70-80, kurz bevor wir eine Asphaltstraße erreichen sollten, eierte meine Alp plötzlich gewaltig. Ein kurzer Blick auf den Hinterreifen reichte.
Langsam rollte ich zu einem halbwegs schattigen Plätzchen ... zog den Nagel aus dem Hinterreifen, und begann, den Patschen zu flicken. Einen schönen Gruß an all jene, die meinen auf so einer Tour ohne Werkzeug auskommen zu können.
Dabei tauchten immer wieder irgendwelche Leute mit und ohne Tiere aus dem Gebüsch aus. Weiß Gott woher die kommen
Gut, mit geflicktem Reifen - ich hab übrigens die 4mm Heavy Cross Schläuche drin, gings in die nächste Ortschaft für ein kühles Cola. Von dort dann ca. 15 km weiter, bis dass an einer Kreuzung, mein Hinterrad wieder so komisch eierte.
Diesmal hab ich den Schlaucg aber nicht mehr geflickt, sondern ihn durch meinen Reserveschlauch ersetzt. Ein pausierender Truck gab mir den erleichternden Schatten.
Mit diesem Reifen ging es dann - schon mit ziemlichen Zeitverzug (von meinem Tageshighlight, der Erstürmung des höchsten Berges Südalbaniens, dem Tomorri (2470m) hatte ich mich innerlich schon verabschiedet - nach Berat. Bis kurz nach einer kleinen Ortschaft, die bis dahin exzellent ausgebaute Asphaltstraße wieder in eine grobe Schotterpiste überging und wir damit wussten, dass wir Berat unser Tagesetappenziel nicht mehr erreichen würden.
Also schlugen wir an einer schönen STelle unser Zelt auf ... deswegen haben wir diesen zusätzlichen Ballast auch (fast) immer mit dabei.
Am nächsten Tag, also heute ging es dann weiter. Teilweise war die Straße sogar befestigt!
Auf der Suche nach einer befestigten Straße, die mir meine Garmin Kartensoftware anzeigte, ließen wir eine Stunde Zeit liegen ...
Genau hier sollte gemäß Garmin die Asphaltstraße beginnen!!!
Naja, war wohl nix
Ca. 2 Stunden später stürzte Verena mit ihrer Alp auf einer Passage mit sehr losem Geröll und verletzte sich dabei ihre Schulter - davon gibts kein Foto
Mit ca. 15-20 km/h rollten wir dann (Verena unter ziemlichen Schmerzen) die restlichen 37 km nach Berat,
wo wir erstmal das Spital aufsuchten, wo uns dann ein älterer albanischer Arzt unter seine Fittiche nahm, Verena die dort beste medizinische Versorgung angedeiehen ließ und uns ein Hotel vermittelte, in dem wir jetzt erst mal sitzen. Ob und wie es weitergeht müssen wir erstmal beratschlagen.
So weit, so gut (schlecht).
Bis dann.