Liebe Transalpliebhaber,
Es ist fast ein deja vu: kaum dreieinhalb Jahre, nachdem ihr unsere 87er Transalp gerettet habt mit euren tollen Hinweisen, habe ich jetzt ein ähnliches Problem mit meiner 89er TA (mit Seitenständer und deutsches Modell, 110.000km!). Sie springt derzeit immer nur auf dem vorderen Zylinder an; der hintere bekommt keinen Zündfunken. Alles durchgemessen, wie schon in meinem ersten Thread hier aus 9/2016 - mit dem einzigen Unterschied, dass es sich ja um eine Maschine handelt, die den Seitenständerschalter hat.
Ich beschränke mich mal aufs Wesentliche: CDIs (digital von MS) untereinander getauscht, gleiches Bild - der vordere Zylinder läuft, der hintere nicht. Am Stecker für den vorderen Zylinder messe ich, wie damals von mikewm angegeben, zwischen blau und grün (Zündimpulsgeber) etwa 550 Ohm. Das Gleiche für den hinteren Zylinder: nada bzw. irgendeinen 3-8 Megaohm-Wert, stark schwankend. Beide Massekabel (übrigens wieder mal grün statt weiß, wie im Plan angegeben) haben Masse (an Batterie minus = Durchgang).
Jetzt kommt‘s! Nur so auf Blöd hab ich die Maschine auf einem Zylinder einfach mal laufen lassen, bis schon der Lüfter anfing zu laufen. Und nach gefühlt einer halben Stunde sprang plötzlich, zunächst leicht stotternd, als wenn der Kontakt erst noch suchen muss, der zweite Zylinder an! Und tat dies dann auch unter Last über mehrere Kilometer tadellos! Solange der Motor warm ist. In diesem Zustand, ausgeschaltet natürlich, war dann plötzlich auch der Widerstand über den Zündimpulsgeber dieses Zylinders wieder im korrekten Bereich: 570 Ohm! Sobald sie aber wieder kalt ist, ist das Problem wieder da. Also Kabelstränge verfolgt, Stecker unterm Tank gefunden: gleiches Bild. Kabel bis zum Motoreintritt verfolgt: sieht nicht nach Beschädigung aus.
Aber die Vorstellung, das alles auseinander schrauben zu müssen, um an die Zündimpulsgeber zu kommen und diese auszutauschen - mal von dem schwachen Marktangebot an gebrauchten(!), völlig überteuerten(!) Teilen abgesehen - treibt mir schon beim Gedanken daran die Schweißperlen ins Gesicht. Ich habe nun mal keine Werkstatt, wo ich tagelang Teile rumliegen lassen kann. Oder sehe ich das zu pessimistisch?
Zunächst aber erst mal die Frage an euch: gibt es möglicherweise noch eine andere mögliche Ursache? Warum sollte ein Zündimpulsgeber bei hohen Motortemperaturen plötzlich wieder absolut zuverlässig funktionieren? Ich meine, ich weiß zwar nicht, wie so ein Ding im Detail aufgebaut ist - ahne es aber. Und da ist meines Erachtens Wärme/Hitze kein Thema!?
Hat vielleicht noch jemand eine Idee?
Bleibt gesund!
Peter
Technik: Zündimpulsgenerator defekt?
- Hallo Peter,
Da du ja auf der Suche nach anderen Ideen bist, wage ich, auf Folgendes hinzuweisen: ich habe bei meiner 87er und den digitalen CDIs den Eindruck, dass diese immer eine volle Batterie benötigen, um korrekt beide Zylinder zu starten. Nach längerer Standzeit fängt meine auch erst sparsam als Einzylinder an, dann kommt aber, relativ schnell nach max. 1-2 Minuten, der Zweite hinzu. Technisch kann ich es mir nicht erklären, bin aber auch kein Fachmann auf dem Gebiet. Mit schwacher Batterie, mit der die alten CDIs noch gelaufen wären, starten die digitalen CDIs gar nicht mehr. Wie gesagt, meine Beobachtung und der Hinweis: lade die Batterie voll und versuch dein Glück ohne Zündimpulsgeber-Wechsel (was für ein Wort).
Baldige und allzeit unfallfreie Fahrt wünscht
Andi - Bevor Du schraubst, solltest Du Dir aber auch sicher sein, dass es der Geber selbst ist, Kabelbruch nicht ausgeschlossen.
https://www.transalp.de/forum/beitraege/technik/pd06_laeuft_nur_auf_einem_pott_hinten_kommt_kein_strom_an/?no_cache=1
gesucht mit < site:transalp.de impulsgeber >
Arbeit hält sich in Grenzen, ist ja "nur" der rechte Seitendeckel und was so dazu gehört. Also im Grunde die Vorarbeit für ein Kupplungswechsel. Geht auch mit auf die linke Seite legen und Bierkiste drunter. Auf die Öffnung der Bierkiste achten, damit man noch an die Flaschen kommt.
H.
...
Arbeit hält sich in Grenzen, ist ja "nur" der rechte Seitendeckel und was so dazu gehört. Also im Grunde die Vorarbeit für ein Kupplungswechsel. Geht auch mit auf die linke Seite legen und Bierkiste drunter. Auf die Öffnung der Bierkiste achten, damit man noch an die Flaschen kommt.
H.
Auf die Idee mit der Bierkiste wär ich jetzt echt nicht gekommen! Gute Idee!
Ja, bevor ich da dran gehe und in die Innereien reinkrieche, werde ich sicherheitshalber auch noch mal das Kabel direkt am Motoraustritt durchtrennen und messen. Ist nur so merkwürdig, dass sie im heißen Zustand funktioniert!?- Bierkiste, ist nicht meine Idee, das ist für alle Leute, die ehedem keinen serienmäßigen Hauptständer hatten, der Standard gewesen.
Kabel durchtrennen; die Isolierung soweit auftrennen, dass Du die einzelnen Litzen erkennen kannst. Und die kann man dann relativ schadfrei mit einer Stecknadel anpieksen. Der Einstich verschließt sich hinterher wieder, Isoband drum und gut ist.
Theoretisch besser wären dünne Injektionsnadeln, aber ich fürchte, dass die zu scharf sind und die Leitung Schaden nimmt.
Warm funktioniert es; nun ja, das kann viele Ursachen haben. Die Kabel und vor allem die Isolationen härten aus und stehen unter Spannung durch das Biegen. Liegt ein Kabelbruch vor, ist es denkbar, dass durch die Wärme und damit nachlassender Spannung, das Kabel sich "bewegt" und Unterbrechungen sich wieder arrangieren - eine von vielen Möglichkeiten -.
Es wäre gut, wenn Du Dir vorab ein gebrauchtes, funktionierendes Ersatzteil besorgst und Deine Messungen daran vergleichst. Ich kenne die Sollwerte nicht, meine alten WHBs habe ich abgegeben.
Mir kommen die Messergebnisse ein bisschen seltsam vor; leihe Dir ein anderes Messgerät und schaue, ob Du auf die gleichen Werte kommst.
H.
Hallo Peter,
Da du ja auf der Suche nach anderen Ideen bist, wage ich, auf Folgendes hinzuweisen: ich habe bei meiner 87er und den digitalen CDIs den Eindruck, dass diese immer eine volle Batterie benötigen, um korrekt beide Zylinder zu starten. Nach längerer Standzeit fängt meine auch erst sparsam als Einzylinder an, dann kommt aber, relativ schnell nach max. 1-2 Minuten, der Zweite hinzu. Technisch kann ich es mir nicht erklären, bin aber auch kein Fachmann auf dem Gebiet. Mit schwacher Batterie, mit der die alten CDIs noch gelaufen wären, starten die digitalen CDIs gar nicht mehr. Wie gesagt, meine Beobachtung und der Hinweis: lade die Batterie voll und versuch dein Glück ohne Zündimpulsgeber-Wechsel (was für ein Wort).
Baldige und allzeit unfallfreie Fahrt wünscht
Andi
Hallo Andi,
die Batterie ist tatsächlich schwach, bis im A... Ich hatte aber extra ne Autobatterie drangehängt, sonst wäre sie gar nicht mehr gekommen. Trotzdem danke für den Hinweis, denn: erklären kann ich mir das ja tatsächlich nicht, warum sie im heißen Zustand dann plötzlich wieder funkt.
Aber, ich sehe gerade: Horst hat vielleicht doch einen Punkt und auch noch eine Vorgehensweise, die einigermaßen zerstörungsfrei den letzten Kabeltest vor Austausch ermöglicht. Das werde ich die nächsten Tage mal austesten und berichten.
Liebe Grüße,
Peter- update 9.4.2020:
Heute kam die neue Batterie und ich habe mal mit den minimalinvasiven Eingriffen begonnen. Also, gelbes Kabel direkt am Motoreintritt ein wenig abisoliert und getestet. Durchgang bis zum CDI: ja, einwandfrei - also kein Kabelbruch im Außenbereich. Widerstandsmessung gegen Batterie-Masse: wieder nahe unendlich (Messbereich geht bis 20 M?), also alles wie gehabt.
Dann gestartet und auf einem Zylinder laufen lassen. Und nach ca. 20 Minuten beginnt es wieder mit erst kurzen Zündungen, dann mehr und mehr. Und schließlich, einer halben Stunde, läuft sie dann wieder einwandfrei. Also zumindest konsistent.
Probefahrt unter Last bis 7000 U/min: alles tadellos! Abgestellt, ausgeschaltet: nach 1 Minute wieder gestartet: funktioniert. 5 bis 10 Minuten abkühlen lassen - erst wieder nur ein Zylinder; nach kurzer Zeit aber dann wieder beide. In diesem Zustand ergibt die Widerstandsmessung dann allerdings derzeit ca. 7 k? auf dieser Leitung, während es bei der anderen ca. 550 ? sind.
Das Messgerät scheint mir übrigens in Ordnung - Vergleichsmessungen mit einem anderen ergaben praktisch identische Werte.
Hat noch jemand eine Idee, bevor ich dann wohl doch an die Zündimpulsgeber ran muss? Hat noch jemand eine Idee, bevor ich dann wohl doch an die Zündimpulsgeber ran muss?
Ist doch kein Akt den Impulsgeber zu wechseln !?- Hallo Peter,
Habe an meiner VT 500E lange nach einem derartigen Fehler aber mit umgekehrten verhalten gesucht, also startet kalt einwandfrei nach einiger Zeit, Stunden, Tagen oder nach einem Zwischenstopp ein Zylinder weg und irgendwann wieder I.O. Alle Messwerte an Zündspule Pick Up und CDI mehrfach gemessen immer I.O. CDIs getauscht, Pick Up erneuert ohne Erfolg. Letztendlich eine der Doppelt-Zündspule gewechselt und I.O. Deshalb mein Tip Zündspule 1 auf Platz 2 einbauen und beobachten ob der Fehler mitwandert.
Gruß Günter