Warum habe ich den Bock gekauft? Ne Mischung aus: Wegen beschränktem Führerschein nicht selbst Probegefahren, der Probe gefahren ist hatte wenig Fahrerfahrung, dazu noch erstes Motorrad und der Lack sah so schön aus. Muss mir nicht erklärt werden, dass ich die Kiste nicht hätte kaufen sollen, das weiß ich mittlerweile selbst.
So nach ner Menge Bastelei und ner Menge Werkstatt (Knatz in Pfungstadt für alle Odenwälder) fuhr die Kiste endlich und bremste auch wieder. Bin als von Darmstadt aus nach Düsseldorf das Rheintal hoch und dann zu Verwandten nach Bergkamen. Am nächsten Tag passierte es auf der A1: Gangwechsel und plötzlich ging die Drehzahl nur noch hoch und kein Vortrieb wurde erreicht, also geblinkt, auf der Abfahrt zur B1 ausgerollt und die Maschine aufs Grün gestellt. Abschlepper geholt und zum Motorrad Uli gefahren.
Allzu bekanntes Bild:

Und dann kam der Knaller nach dem Abnehmen der Verkleidung vom vorderen Ritzel: Kein Zahn mehr auf der Welle, kein Wunder dass nix vorwärts geht:

Urteil vom Mechaniker: Ersatzwelle kostet ca 160€ aber mit Arbeitsstunden sind das mehr so 1600 bis 1800€. Sprich lohnt sich nicht. Er schlug folgende Buschreperatur vor: Ritzel auf der Welle festschweißen und dann so lange fahren, bis die Kette/das Ritzel verschlissen ist.
Nachteil an dem Plan ist: So ultimativ TÜV sicher ist das nicht, aber welcher TÜV Prüfer schraubt einem schon den Schalthebel und die Abdeckung ab?
Urteil des Mechanikers (oder auch Uli) für den Verschleiß der Welle: Einer der Vorbesitzer ist nen billiges Ritzel gefahren, was nicht korrekt gehärtet war, sprich entweder zu hart oder zu weich war und somit die Verzahnung abgearbeitet hat. Am Kettensatz von Kettenmax lag es seiner Ansicht nach nicht. Die Laufleistung mit 36000 Kilometern kam dem Mechniker bei dem Verschleiß spanisch vor (war auch ne Zubehör Bremsscheibe verbaut, in 36 TKM bremst wohl auch der höchste Alpenbewohner keine Scheibe runter) und er tippte mehr so auf 136 TKM.
Auf der Habenseite haben wir also eine Maschine, die soso lala vielleicht noch 10 bis 20 TKM läuft, in die ich aber mittlerweile unwillig geworden bin zu investieren. Ist eine PD06 Baujahr 88, sprich noch kleines Getriebe und somit lauf Uli nicht für nen Wiederaufbau tauglich (warum das stärker verschleißende Getriebe nehmen?). Die Verkleidung wurde 2012 neu lackiert und sieht ziemlich gut aus.
Ich spiele derzeit mit dem Gedanken die Kiste schweißen zu lassen, sie nach Haus zu fahren, die schönen Teile ab zu bauen und den Rest zum Schrotthändler zu geben. Dann nächstes Jahr eine neue anschaffen, wenn es eine PD06 wird (warum auch nicht, habe die ja schon fast komplett auseinander gehabt und weiß jetzt wie sowas NICHT auszusehen hat) kann ich die frisch lackierte Verkleidung dran packen. Müsste dann auch nicht gedrosselt fahren.
Ob ich den Vorbesitzer mit der kaputten Getriebewelle erschlage ist fraglich, aber ziemlich unwahrscheinlich.
Was wären denn eure Vorschläge was man sonst tun könnte? Statt nem Motorrad ein Rennrad kaufen?