Hallo liebe Kollegen,
ich hatte mir vergangenen Oktober eine 700er Transalp gekauft, bin seitdem 12000km gefahren und damit war bei knapp 37000km der große Service dran. Als ehemaliger MZ-Schrauber und stolzer Besitzer des großen Honda-Werkstatthandbuchs habe ich das ganze auch gleich selbst erledigt.
Der eigentliche Punkt ist nun: Mir kommt es vor, als ob die Maschine nun schwächer beschleunigt. Dafür läuft sie gefühlt runder, das heißt sie schüttelt sich nicht mehr ganz so arg, wenn man mal aus geringen Drehzahlen raus beschleunigt und sie bremst auch nicht mehr ganz so stark im Schubbetrieb. Ansonsten gibt es aber keinerlei auffällige Geräusche und auch die Temperaturentwicklung ist genauso wie ich es gewohnt bin.
Als mögliche Fehlerquelle kann ich mir eigentlich nur ein falsch eingestelltes Ventilspiel oder irgendwelche Undichtigkeiten vorstellen. Das Ventilspiel soll ja 0,15mm im Einlass und 0,20mm im Auslass sein. Möglicherweise habe ich es zu groß einstellt, zu klein auf keinen Fall. Ich habe alle Dichtungen erneuert, die laut Handbuch bei diesen Arbeiten erneuert werden sollten.
Nun die Frage an euch: Habt ihr so etwas schon einmal erlebt? Oder liegt hier einfach mein Gefühl falsch? Habt ihr vllt noch andere Lösungsvorschläge?
Technik: XL700VA Leistungsverlust nach Service
- Hast du denn beim Ventile Einstellen den richtigen Oberen Totpunkt erwischt? Es gibt davon nämlich zwei - nur einer stimmt. Wenn man den falschen erwischt, kann es durchaus sein, dass die Ventile beim eigentlich richtigen OT so ganz und gar nicht das machen, was sie sollen.
Bei der 600er beispielsweise wird dann das Ventilspiel so groß (Bereich 2-3mm!!), dass das Klappern lauter ist als der Topf und man den Motor beim ersten Testlauf schneller abstellt als einem lieb ist :D
Aus diesem Grund drehe ich den Motor nach dem Ventile einstellen mehrmals mit der Hand an der Kurbelwelle vorsichtig durch und suche mir erneut ohne Zählen den richtigen OT aus - dort wird dann nochmal gemessen. Wenns dann da passt, war das Ventile einstellen erfolgreich. Wenn nicht, dann von vorne.
Grüße
Domi - Ja in die Falle mit dem anderen Totpunkt bin ich zunächst auch getappt und hatte mich dann gewundert, dass die Kipphebel überhaupt kein Spiel haben. Dann einfach die Kurbelwelle noch mal eine komplette Umdrehung weitergedreht und siehe da, plötzlich war Spiel da.
Nach der Einstellung der Ventile hatte ich die Kurbelwelle auch nochmal einige Umdrehungen weitergedreht um zu schauen ob das eingestellte Spiel gleich bleibt. Das war dann auch der Fall. - Hast du den Luftfilter beim Service getauscht? Wenn ja - Originalteil?
Wenn kein Originalteil - bau mal den alten nochmal rein und probier dann nochmal. Wenn die Leistung danach wieder wie vorher ist, hast du erfolgreich einen mit zu wenig Durchlass gekauft. Ich weiß zwar nicht genau, wie sehr sich das im Umfeld einer Einspritzermaschine (= 700er) auswirkt, aber die alten Vergasermaschinen sind diesbezüglich äußerst empfindlich.
Grüße,
Domi - Hab den vermeintlichen Fehler gefunden: Der Stecker für die Spule dieses PAIR-Magnetventils (Sekundärluftsystem) war nicht angeschlossen. Werde aber trotzdem noch mal das Ventilspiel kontrollieren.
- Hallo Sam,
würde mich brennend dafür interessieren, wie Du die Vorarbeiten zur Ventilspielkontrolle, also komplett Abbau aller Komponenten lt. Werkstatthandbuch (Auspuffanlage, etc.) oder Alternativvariante hinbekommen hast. Ich habe bis dato den Aufwand gescheut. - Da darf man sich nichts vormachen. Beim ersten Mal hab ich ganze 4 Feierabende (also um die 15 Stunden) gebraucht bis ich beide Deckel runter hatte. Die verschiedenen Stecker zu lösen ist sehr fummelig (z.B. der dicke graue am Drosselklappengehäuse) und an manchen Stellen kann man einfach nur verzweifeln - Stichwort „Hitzeschutzblech“. Den Deckel vom hinteren Zylinder runterzunehmen ist auch nicht ganz ohne, selbst wenn alles abgebaut ist. Dazu kamen bei mir allerlei vergammelte Schrauben und Schellen, die erst einmal gängig gemacht werden mussten. Wenn man einmal den Dreh raus hat, geht es aber. Heute hab ich es z.B. in 2,5 Stunden geschafft.
Abgesehen von dem, was man laut Handbuch ohnehin alles demontieren muss, habe ich der besseren Zugänglichkeit wegen zusätzlich noch folgendes abgebaut:
Rechter Kühler (in Fahrtrichtung)
Ansaugstutzen an beiden Zylindern
Grauer Stecker über dem Luftventil beim vorderen Zylinder
Für eine bloße Kontrolle des Ventilspiels muss man die Deckel vllt gar nicht runternehmen, vllt reicht es wenn eine zweite Person sie ein Stück anhebt. Dann könnten evtl Hitzeschutzblech und Auspuff dran bleiben. Wenn aber wirklich was eingestellt werden muss, gibt es meiner Ansicht nach keine Abkürzung, dann muss alles auseinander.
Schau dir auf jeden Fall die Schritte im Handbuch genau an, bestell dir vorher alle zu erneuernden Teile, leg dir ordentliches Werkzeug und WD-40 hin und ja… dann viel viel Geduld :)
Stichwort Werkzeug: Eine Ratsche mit verschiedenen Verlängerungen sowie leicht gekröpfte Ringschlüssel erleichtern die Arbeiten ungemein. Ich habe auch alle Schrauben mit dem angegebenen Drehmoment angezogen. Ein Drehmomentschlüssel ist also auch Pflicht. Einen Ventileinstellschlüssel bekommt man für kleines Geld bei Louis. Der ist zwar nicht so schön gebogen wie das Originalwerkzeug von Honda, aber das kriegt man zur Not auch mit dem Schraubstock hin. - Gratuliere, dass Du Dir das gegeben hast! Klingt für mich nach Garage mit ordentlich Licht, Platz, Montageständer, Musik und - wichtig - Kühlschrank für Getränke
Meine Hoffnung: das Ventilspiel war so gut wie nicht verstellt? In einigen Postings zum Thema hatten einige gemeint, die RD13 benötigt nach deren Erfahrung nicht die Aufmerksamkeit bezüglich Ventilspiel, die lt. Werkstatthandbuch verlangt wird. Waren die Kontrollwerte bei Dir außerhalb der vorgeschriebenen Norm? - Eine Garage hab ich - die kostet in Dresden auch ordentlich Geld. Der Rest….naja…zumindest hat die Maschine nen Hauptständer :)
Mag schon sein, das die Transalps auch hinsichtlich Ventilspiel sehr robust sind aber wie heißt es so schön: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“. Die Maschine ist von meinen Vorbesitzern kaum gepflegt worden und die Werkstatt hat mir bei der letzten großen Inspektion nur 3,5 Stunden berechnet - was niemals sein reicht für den kompletten Service. Deswegen wollte ich es diesmal richtig machen.
Ich hatte das Spiel am hinteren Zylinder etwas größer gestellt. Nach einigem Überlegen und Gesprächen mit erfahrenen Schrauben hab ich es vmtl ZU groß gestellt und werde das deswegen noch einmal korrigieren müssen. Also nochmal alles auseinander. Aber so ist das halt.
An sich ist das ja alles nicht schwer, aber es dauert bis man sich reingefunden hat. Du solltest dir auf jeden Fall wenigstens eine Woche Zeit nehmen für die Aktion. Und du brauchst Platz um die ganzen Teile zwischenzeitlich abzulegen sodass du sie auch wiederfindest und zuordnen kannst. Also mal schnell auf der Straße ist das nicht erledigt - Bei mir ist es auch eine Mietgarage, ca. 10 Fahrradminuten entfernt, aber ohne Strom (Beleuchtung) und vernünftiger Ablage (außer am Boden). Ich habe bis jetzt auch alles selber gemacht, also Inspektion und einfaches Service lt. Werkstatthandbuch (mehr war bis jetzt nicht notwendig). Ventile einstellen habe ich aus den bekannten Gründen noch nicht gewagt - mal sehen. Die RD13 ist ja nicht gerade sehr häufig anzutreffen, also das Mengengerüst an Ventilspieleinstellerei bei der RD13 (...und damit die Praxis) ist bei ortsansässigen Werkstätten meiner Meinung nach daher ebenfalls überschaubar. Ist vermutlich einfach eine Vertrauensfrage, die ich für mich noch nicht beantworten konnte. Ich habe da schon einschlägige Erfahrungen gemacht (nicht mit der RD13), dass "nach der Werkstatt" oftmals "vor der Werkstatt" bedeutet.