Hallo zusammen,
ich müsste mal folgendes wissen:
Muss zum Abnehmen des hinteren Ventildeckels tatsächlich das Hitzeblech ausgebaut werden? Dafür muss man lt. Werkstattbuch die Abgasanlage abbauen. Das muss man sich ja nicht unbedingt auch noch antun.
Beim vorderen Ventildeckel frage ich mich, wie man den überhaupt entfernen kann. Wo ist da Platz? Gibt es für den Ausbau evt. noch Kniffe, die im Buch nicht stehen?
Also mal ehrlich, das Wort "Wartungsfreundlichkeit" haben die Ingenieure der 700er nicht gekannt.
Gruß
Broiler
Technik: XL 700: Ventile einstellen
- Für alle Selbstschrauber:
Die Vorarbeiten, um die Ventile einstellen zu können, sind bei diesem Modell immens. Es kommt mir vor, als wenn ich inzwischen die halbe Maschine zerlegt hätte. In der Garage sind alle möglichen Stellen mit Teilen belegt. Aber es geht halt nicht anders.
Das Problem mit dem Hitzeschutzblech, welches ja hinter dem hinteren Zylinder montiert ist, war, dass der Ventildeckel mit dem hinteren linken Anguss an dem Blech hängen bleibt. Ein Losschrauben des Bleches half hier letztendlich nicht weiter. Es gibt aus meiner Sicht nur 2 Möglichkeiten:
- Blech ausbauen (hierfür muss der hintere Abgaskrümmer und somit die
gesamte Abgasanlage demontiert werden)
- Blech an der oberen linken Hälfte vorsichtig mit einer Wasserpumpenzange nach hinten biegen
Ich habe mich für die letztere der beiden Möglichkeiten entschieden. Man sollte beim späteren Aufsetzen des Tanks darauf achten, dass die Teile der Benzinpumpeneinheit nicht mit dem Blech in Berührung kommen. Zudem ist zu überlegen, ob man die nun fehlende Rundung des Bleches ggf. mit einem geigneten Material nachbildet. Ob dies nötig ist, darüber muss ich noch nachdenken. Ein Zurückbiegen des Bleches kommt für mich nicht infrage.
Die Ventildeckeldichtungen werde ich übrigens erneuern. Zwar lassen sich die jetzigen ggf. nochmals verwenden, doch bei der vielen Arbeit, die nötig ist, gehe ich an dieser Stelle kein Risiko ein.
Weitere Eindrücke folgen. - http://www.honda-board.de/vb/threads/48663-Ventilspielkontrolle-welch-ein-Mist!
- Netter Link. Da steht ja praktisch alles geschrieben. Dennoch weichen meine Erfahrungen bis jetzt etwas ab.
Das Biegen des Hitzebleches genügt, um den hinteren Deckel ab- und wieder anzubauen. Einzig der Kabelbaum auf der linken Seite war immer wieder im Wege. Genau an der Stelle, an der dieser am meisten stört, lässt er sich untem am Rahmen aus einer Halterung ausklipsen. Habe ich leider erst sehr spät durch Zufall mitbekommen. Das Spiel der Ventile des hinteren Zylinders lagen allesamt im Sollmaß. Die neue Deckeldichtung habe ich im Bereich des Halbmondes ohne Dichtungsmasse angesetzt. Hätte ich die alte Dichtung wieder verwendet, wäre Dichtungsmasse zum Einsatz gekommen.
Der vordere Deckel lässt sich recht einfach abnehmen. Man sollte den Stecker des am linken Kühler angebrachten Fühlers abziehen. Ich hatte den linken Kühler zur Vorsicht gelöst. Der Deckel ließ sich dennoch nicht abnehmen. Der Grund ist der am Deckel vorne rechts angeschraubte Stutzen der Membrane, dessen Schlauch zum PAIR-Ventil führt. Diesen Stutzen muss man abschrauben. Danach lässt sich der Deckel leicht abnehmen. Am vorderen Zylinder musste das Spiel der beiden Einlaßventile korrigiert werden. Dieses war zu groß. Der Anbau des Deckels verlief erwartungsgemäss einfach. Dichtung wie oben geschrieben angebracht.
Hier noch ein wichtiger Hinweis:
Der Schraubdeckel hinter dem linken Kurbelwellenstumpf, welcher im Lichtmaschinendeckel sitzt und zum Durchdrehen der Kurbelwelle entfernt wird, ließ sich mit dem 10er Inbus nicht lösen. Der Schlüssel drehte zu guter Letzt durch und der Deckel ließ sich nur noch mit Hammer und Meißel lösen. Das Festgehen des Deckels lässt sich verhindern, wenn man das Gewinde am Deckel leicht einfettet und den Deckel dann nur handfest anzieht (lt. Werkstattbuch soll der Deckel mit 15 Nm angezogen werden). Ich musste den Deckel natürlich erneuern. Kosten (mit Dichtung) etwa 21 €. - den Deckel gibts im Zubehör mit Aussensechskant, ist besser als der scheiss Inbus
- So, alle Arbeiten abgeschlossen und heute eine Probefahrt durchgeführt. Alles dicht. Das Hitzeblech konnte übrigens 'verbogen' bleiben. Das hochgebogene Ende stört nicht weiter. Nun noch die Frage, ob sich der ganze Auwand gelohnt hat? Nun, 2 Ventile mussten eingestellt werden. Es hätte auch sein können, dass gar kein oder mehr Ventile hätten korrigiert werden müssen. Bei meiner Maschine wurde bei der 1000er Inspektion übrigens keine Kontrolle der Ventile durch die Werkstatt vorgenommen (zumindest am hinteren Zylinder). Beide Ventildeckel sahen noch völlig unberührt aus. Es gibt auch Selbstschrauber die die Meinung vertreten, bei der TA muss man niemals die Ventile kontrollieren. Naja, der TA-Motor gilt zwar als äusserst robust, gewartet werden muss er dennoch. Der Glaube an die Technik ist gut, eine Kontrolle aber besser.
Nun noch ein kleiner Tipp:
Mir ist vor Beginn der Arbeiten, noch vor dem Lösen der ersten Schraube, ein Mißgeschick widerfahren. Beim Versuch, die linke Tankverkleidung am hinteren Ende zu lösen, hatte ich diese nach aussen gezogen. Ich war der Meinung, dass ein Ansatz in einen Gummiring gedrückt wird. Nun, lose war die Verkleidung nach dem Ziehen, aber es fielen auch 2 kleine Kunststoffteile auf den Boden. Da war mir klar, dass ich etwas falsch gemacht hatte. Die Verkleidungen haben eine Art angegossene Lasche, welche über eine Art Haken am Tank geschoben werden (ähnlich der vorderen Sitzbankarettierung). Zum Abnehmen müssen die Verkleidungen (nach dem Lösen der entsprechenden Schrauben) vorsichtig nach hinten geschoben werden, damit sie aushaken. Im Werkstattbuch ist dies nur ungenügend beschrieben, jedenfalls war es für mich nicht verständlich. Zum Glück konnte ich die abgebrochenen Teile wieder ankleben (mit Sekundenkleber und zusätzlich mit aushärtendem Zweikomponentenkleber).