Hallo liebe Transalpgemeinschaft,
ich bin neu hier im Forum und würde gerne mein Problem mit meiner neu erworbenen Transalp schildern.
Habe mich nach einer Probefahrt für eine XL700 VA entschieden, da sich das Moped handlich fahren lässt und auch optisch gefällt. Allerdings musste ich mein Exemplar anliefern lassen und konnte damit keine Probe fahren, da diese zu weit weg stand. Optisch top und gepflegt mit nur 7000km, Bj. 2008.
Nun habe ich das Problem, dass ich ihr das recht starke Ruckeln und Bocken beim normalen Cruisen (ohne zu beschleunigen) nicht abgewöhnen kann. Es ist teilweise recht anstrengend, durch eine 30er Zone (egal ob 2. Oder 3. Gang) oder durch die Stadt (3. Oder 4. Gang) zu fahren. Dass das normal ist kann und möchte ich nicht wirklich glauben.
Während der Kaltstartphase läuft alles prima die ersten paar Minuten, aber mit steigender Motortemperatur nimmt das Ruckeln stetig zu.
Leerlauf/Standgas sowie Beschleunigung und Leistungsabgabe im oberen Drehzahlbereich sind jedoch einwandfrei, von daher würde ich ein Problem mit der Kraftstoffzufuhr ausschließen (z.B. Benzinpumpe). Motoröl ist neu und auf Sollbereich befüllt. Fehler wurden bisher nicht angezeigt, auch im Fehlerspeicher ist nichts abgelegt. Verbrauch liegt meines Erachtens im Normbereich, ca. 4,5 L.
Nach vielen Stunden, die ich bereits in Foren verbracht habe, habe ich bereits folgendes geprüft/erneuert:
- 2 neue, originale Zündkerzen
- 2 neue Zündkabel Silikon
- 2 neue Zündkerzenstecker NGK
- Luftfilter erneuert
- Lambdasonde ausgetauscht
- Lambdasonde testweise mit Widerstand überbrückt (Lambda O2 Eliminator)
- Testweise Gaszüge strammer eingestellt ohne Spiel
- Testweise Kette strammer eingestellt
- Drosselklappensensor gemessen (liefert gleichmäßig übergehenden Widerstandswert)
- Unterdruckleitungen auf Undichtigkeit überprüft
- 2 Tankfüllungen Injektorreiniger von Liqui Moli durchlaufen lassen
- Tankentlüftung überprüft
- Batterie- und Ladespannung ist prima, neue Batterie wurde ohnehin verbaut
Bisher hatte ich eine Honda CB500 und BMW R100R, kenne auch Konstantfahrruckeln (KFR), aber bei weitem nicht in diesem Ausmaß wie leider bei der Transalp!
Es scheint ja auch so zu sein, dass das Konstantfahrruckeln bei den 700er Transalp’s mal mehr, mal weniger stark ausgeprägt ist, was mich schon ziemlich überrascht. Denn bei einem Einspritzer können die Toleranzen eigentlich nicht so große Ursachen verursachen, es sei denn die Toleranzstreuung ist bei einem bestimmten Bauteil so groß, dass dieses mittlerweile doch bekannt und zu finden sein sollte?!?
Naja, nun bin ich mit meinem Latein am Ende und hoffe, dass mir vielleicht jemand weitere, zielführende Tipps geben kann?
Vielen Dank und Grüße,
Markus
Technik: XL 700 VA, RD13 ruckelt heftig im Teillast- und Schubbetrieb (starkes KFR)
- Hallo,
schade dass mir niemand einen Tipp geben kann oder ähnlichen Fall erlebt hat.
Kann mir vielleicht jemand sagen, wie ich das IACV-Ventil (Leerlaufventil) neu einlernen kann?
Meine bisherigen Recherchen brachten folgendes Ergebnis:
- Motor starten bei stehendem Motorrad
- laufen lassen bis der Lüfter angeht
- Über Motor-Stoppschalter ausschalten
- Zündung ausschalten
Hat das mal jemand an der XL700 erfolgreich durchgeführt?
Ich habe das Gefühl es ändert sich nichts. Im Handbuch ist diese Prozedur nicht beschrieben, da damals das komplette Drosselklappengehäuse zum Austausch vorgesehen war.
Ich stelle nämlich folgendes fest - das Drosselklappenpoti wollte ich auf die im Werkstatthandbuch angegebenen Werte justieren, aber den oberen Spannungswert erreiche ich nicht wenn der untere OK wäre.
Nun weiß ich nicht ob das eine Rolle spielt?
Nebeneffekt - sie startet jetzt nur beim ersten Mal, danach muss man etwas orgeln und mit Gas nachhelfen, damit sie wieder auf Standdrehzahl kommt.
Ich weiß nun nicht, liegt es am Drosselklappenpoti oder muss nun das IACV neu eingelernt werden.
Vielen Dank und Grüße,
Markus - Helfen tut hier deswegen keiner, weil hier fast alle ne 600er fahren und mit der 700er keine Erfahrung haben. Drosselklappenpoti ist jedenfalls ein bekanntes Teil das Ärger macht bei der 700er, genau wie die Kerzenstecker. Konstantfahrruckeln kann auch von einer ungleichmässig gelängten Kette kommen. Aber wenn das Ruckeln im Kaltlauf weg ist, kanns die Kette nicht sein.
Drosselklappenpoti ist auch nicht so einfach zu kriegen, ist kein offizielles Honda Ersatzteil.
Von einem Leerlaufventil einlernen hab ich noch nie gehört und glaube es eigentlich nicht, aber glauben heisst nicht wissen. - Zu den Sensoren kann ich auch nichts sagen aber die ruckelige Fahrweise hab ich bei meiner 700 mit etwas mehr Spiel im Gaszug abgestellt. War wohl das ruckelige Handgelenk, von unsensibel Vergasern verwöhnt.
- Hallo Markus,
in die Tiefe der Sensorik habe ich mich nie begeben, auch alle anderen Steuerelemente habe ich nie angefaßt, geschweige denn irgendwie justiert. Das Ruckeln habe ich nach einigen Versuchen mit Kettenspannung, Benzinzusatz oder Gasseilspiel auch nicht wegbekommen. Ich fahre die 700er jetzt seit 2011 unter der Devise:"du hast die 700er gewählt, trage sie mit Fassung!" und bemühe mich beim Cruisen jedenfalls über ca. 2600 rpm zu bleiben. Dann gehts deutlich besser, richtig ruckelfrei ist sie dann jedenfalls ab ca. 3000 rpm. Also bitte der Wahrheit ins Auge schauen und akzeptieren: niedertourig und ruckelfrei spielt´s, auch zu meinem Leidwesen, bei der RD13 nicht. - Moin Markus,
vielleicht ist es ja eine ganz "banale" Sache. Ich hatte schon mal ähnliche Probleme an meiner "600er". Und es war eine ganz dämliche Sicherung die einen Haarriss hatte. Falls Du´s noch nicht kontrolliert hast einfach mal alle Sicherungen gegen neue tauschen. Dann kommt mir noch die Tankentlüftung in den Sinn. Möglicherweise funktioniert sie nicht einwandfrei. Gruß,Schrotti. - Hallo an alle Schreibenden und vielen lieben Dank für eure Ratschläge!
@Michael: Im kalten Zustand ist es auch, aber da würde ich es noch als normal bezeichnen. Von daher wäre eine ungleich gelängte Kette zwar möglich, aber ich habe nochmals nachgeschaut und die Änderung vom Kettendurchhang ist maximal 1 cm, was die Kette an Unterschied aufweist. Ich glaube von daher nicht, dass es davon kommen kann zumal es auch in unterschiedlichen Gängen auftritt.
@diehard: ich habe nun auch mal etwas mehr Spiel gelassen, aber es hat sich leider nichts geändert, schade.
@roland: ich hatte mich auch fast schon damit abgefunden, bin aber nun auch mal mit 2 ähnlichen Alps probegefahren und das war dann der Zeitpunkt, an dem ich sicher war, dass das einfach nicht normal ist und ich die Ursache doch ganz gerne herausfinden würde da es ja möglich zu sein scheint, auch weitestgehend ruckelfrei unter 2500 rpm zu cruisen.
@TransAfricaMarc: Ausgeschlossen wäre das nicht, aber ich dachte immer dass in solch einem Falle etwas im Fehlerspeicher abgelegt werden müsse. Werde aber nun ein Satz Sicherungen ordern und diese Fehlerursache versuchen auszuschließen. An der Tankentlüftung kann es nicht liegen, hatte auch schon in geöffnetem Zustand getestet.
- Mittlerweile hatte ich auch schon die 2 Injektoren testweise ersetzt ohne Erfolg.
- Ein Honda Meister meinte auch es könne z.B. die Kaltstartanreicherung sein, aber hat die Transalp das überhaupt und wo soll die sein?
- Und was wären die Sympthome bei einem defekten Drosselklappenpoti, die wären doch entweder eine Unterbrechung oder Kurzschluss, und dann müsste ich das auch messen können.
Aber bei der Drosselklappe kann ich nur feststellen, dass der Spannungswert bei Null- und Endstellung nicht ganz hinhauen, aber das dürfte ja für ein Ruckeln nicht relevant sein, oder irre ich da?
Viele Grüße, nochmals vielen Dank für eure Antworten und einen schönen Advent,
Markus - Hallo Markus, habe deinen Beitrag erst heute gelesen,
bei welcher Drehzahl genau tritt das Ruckeln auf ?
Hast du die Benzinpumpe bzw. Filter gecheckt ?
Hatte genau dasselbe Symptom an einer R1150GS, und in 2 BMW Werkstätten konnten nichts finden ( war auf dem Weg nach Kroatien, deutsche BMW Motorradwerkstätten ! - wohlgemerkt), dann in voller Verzweiflung den BMW Not Service angerufen, der übrigens kostenlos ist, der kam dann abends um 20Uhr vorbei, hat mit einem Kollegen Telefonkonferenz gehalten und uns gesagt was wir auseinander bauen sollen, es war der Benzinfilter !)
in der Facebookgruppe: Transalp Freunde Deutschland, bekommst du recht schnell antworten, da sind auch ein paar XL700 Vielfahrer dabei.
Gruß aus Stuttgart
Uwe - Hallo Uwe,
vielen lieben Dank für Deine Antwort - obwohl Du BMW fährst - echt stark!
Den Benzinpumpendruck hatte ich mit einem Barometer zumindest im Stand geprüft, der liegt bei exakt 3,5 bar was der Werksangabe entspricht.
Mein Gedanke war, da das Ruckeln eigentlich nur bei Teillast und nicht bei Beschleunigung auftritt, dass sie genug Benzin bekommen müsste.
War das Ruckeln bei Dir auch beim Beschleunigen?
Ein Filter hat sie nicht wirklich, sondern ein Filtersäckchen direkt an der Pumpe.
Das Ruckeln ist stark ausgeprägt bis ca. 3000 rpm, darüber verliert sich der Effekt, ist aber nicht komplett verschwunden.
Aber nachdem was ich alles schon geprüft habe bleiben eigentlich nur noch die Benzinpumpe und die beiden Zündspulen übrig.
Dann werde ich mich mal an die Benzinpumpe machen und ausbauen.
@TransAfricaMarc: Einen Ringtausch der Sicherungen und Relais habe ich übrigens auch durchgeführt, leider ohne jegliche Änderung des Verhaltens.
Viele Grüße und nochmals vielen Dank,
Markus - Ohne groß Ahnung von der 700er zu haben, und auch auf die schon überprfte Kette zu schielen: hast du die Ruckdämpfer zwischen Ritzelaufnahme und Felge angekuckt? Vielleicht war da mal ein Schlumpf dran, fehlende oder falsche?
- Hallo Manni,
ich bin dankbar für jeden Tipp!
Habe nochmals die Ruckdämpfer kontrolliert, sind noch so stramm, dass sich nur ganz wenig tut.
Dabei ist mir aber aufgefallen, dass (abzüglich des Kettenspiels; bei eingelegtem 1. Gang) sich das Hinterrad um gut einen Zahn (hinteres Ritzel) drehen lässt, also 1 Zahn Spiel im Getriebe ist. Ist so viel normal?
Vielen Dank und Grüße
Markus - Hallo Markus,
das mit der BMW ist schon 18 Jahre her, ich habe auch eine XL700 RD13 BJ 07, bei Ruckeln werde ich halt immer hellhörig, das Hauptproblem bei der BMW Reparatur war damals, das über 20 Liter Sprit im Tank war und die Benzinpumpe mit Filter im Tank sitzt - deswegen haben sich die Werkstätten wo ich war auch dumm gestellt.
Hast du in der Facebookgruppe schon gefragt ?
Da hat es auch ein paar dabei die sich richtig gut auskennen.
Gruß Uwe - Hallo Uwe,
in Facebook bin ich leider nicht (mehr).
Hattest Du das Ruckeln nur bei Konstantfahrt oder auch beim Beschleunigen?
Viele Grüße
Markus - Ich habe da jetzt mal nachgeblättert, im Honda-Board gab es diese Frage (Ruckeln bei niedrigen rpm) schon 2012 - mit ähnlichen Kommentaren. Allerdings ohne Lösung. Ich bin zwar sonst ein Fan von Fakten, aber in diesem Fall ist meine Vermutung wie folg:
V-2 Motor mit relativ geringer Schwungmasse läßt sich halt unter einer bestimmten rpm-Zahl einfach nicht ruckfrei halten. Und im Teillastbereich ist das Einspritzsystem mit der entsprechenden Software so programmiert, wie´s halt nun ist. Das Ruckeln läßt sich (bei mir) provozieren, wenn der Gasgriff ganz scharf "an der Kante" zwischen Gas geben/nicht Gas geben gehalten wird (beim Cruisen mit niedriger Drehzahl), sonst nicht. Ich denke, das Problem ist weniger in der "Hardware" zu finden, eher im Mapping des Einspritzsystems und damit nicht ohne Spezialkenntnis beeinflußbar. Ruckeln im Teillastbereich kenne ich bei meiner (ebenfalls V-2) Schiebervergaser bestückten Moto Morini Bj. 1976 nicht, der Motorrundlauf ist unter 2000rpm aber auch nicht das Gelbe vom Ei (zu wenig Schwungmasse). Ich hatte auch schon einmal die Idee, für die Transalp einen federbelasteten Kettenspannschuh (wie bei den Crossern) zu montieren - dann fällt das Schlackern des unteren Kettentrums weg, habe das dann aber mangels Material und wegen fehlender Fachkenntnis gelassen.
Fazit: ein ruckfreies softes Cruisen mit wenig rpm spielt´s, meiner Meinung nach, nur mit ausreichend Schwungmasse, Antriebsystem mit wenig oder keinem Spiel oder perfekt synchronisierten Parallelzylindern (...bitte jetzt keine Steine schmeißen)