Wie andernorts schonmal versprochen, stell ich hier mal meinen Umbau vor.
Ausgangsbasis ist eine 650er RD11.
Gekauft hab ich sie im Zustand 3+ Technisch war soweit alles in Ordnung (dachte ich) und Service samt Bremsen war erst jüngst gemacht worden.

Einziger Schaden war ein Sturz/Unfallschaden auf der linken Seite.


Die Transalp war mit einem H&B Koffersystem incl. Topcase ausgerüstet, ebenso mit dem H&B Sturzbügel/Motorschutzbügel-Set.

Ausserdem waren Heizgriffe verbaut, glaube von Louis.
Für mich mit 182cm Standhöhe war die bereits verbaute Touringscheibe von MRA (mit Spoileraufsatz) geradezu ideal.
Auf der Heimfahrt fiel mir dann aber schon auf: Die Heizgriffe tuns nicht wirklich.
Die Ausleuchtung war, verglichen mit meiner NTV (2xH4) echt bescheiden und irgendwie war der Lenker nicht ganz so bequem.
Daheim angekommen hab ich die Verkleidung geschweisst (auf gut Glück und mit Lötkolben) und gespachtelt, die ganzen Zubehörbügel abgebaut und die Front freigelegt.
So wurde die gute eingemottet und langsam Teilelisten erstellt.

Ein paar Wochen später hab ich dann schonmal einen großen Schwung Teile bekommen und hab angefangen Stück für Stück loszulegen.
Zuerst hab ich mit LED-Tagfahrlicht angebracht.
Die Schaltung ist NICHT GANZ LEGAL, das Tagfahrlicht kann komplett seperat geschaltet werden und es erlischt/dimmt beim Einschalten des Abblendlichts NICHT. Genau so wollte ich das aber, denn: gesehen wird man so wesentlich besser.
(Legale Schaltung wäre: TFL geht mit Zündung an und mit Abblendlicht gehts aus oder dimmt herunter, entsprechende Kits mit vorgefertigtem Kabelbaum und Dimm-Einheit gibts in der Bucht)
Das TFL kann, wenn es gedimmt werden kann, das Standlicht ersetzen.
Danach kam ein Zubehör-Kit für Xenon dran. Das Kit ist nicht wie die herkömmlichen Umbausätze lediglich mit einem Brenner ausgerüstet, sondern hat eine magnetspulen-gesteuerte Blende die ein H4 Leuchtmittel imitiert.
Die Ausleuchtung ist wie mit H4, nur im gesamtem Ausleuchtungsbereich wesentlich heller und kontrastreicher.
Allerdings auch NICHT LEGAL!
Was danach kam, war unvermeidlich: der Umbau auf einen höheren, breiteren Lenker.
Ich hab bei Polo einfach eine Sammelbestellung gemacht und mir alle möglichen Lenker kommen lassen.
Entschieden hab ich mich für den breitesten Endurolenker im Programm mit 89cm genauso breit wie der Lenker meiner NTV. Für den Fall, dass das nicht ausreicht hab ich noch 25mm Riserböcke.
Mit dem Umbau kam auch ein Problem auf:
Die Leitungen und Züge waren zu kurz.
Die Züge hab ich durch die einer Deauville ersetzt, die gabs in eBay recht günstig.
Das ganze ging aber nur, da ich auf den Gasgriff der NTV umgebaut habe!
Da hierzu der Kabelbaum der Transalp an den Schalter umgelötet werden muss, sind hier Kenntnisse der Fahrzeugelektrik und ein Multimeter unbedingt vonnöten.
Die Leitungen werden von Melvin kommen, allerdings erst im Februar/März. Stahlflex, etwa 10-15cm länger als die originalen.
Beim Lenkerumbau musste ich schmerzlich feststellen:
Die Griffheizung wurde mit 2K Kleber am Lenker fixiert. Endfest. Ich konnte nur die Heizwendeln und den Kabelbaum der Griffheizung retten, die Griffe sind im Eimer.
Schlauerweise hatte ich mir aber vorher von Oxford eine Griffheizung bestellt. Diese hab ich gleich verbaut und auf der Suche nach "Saft" für die Griffheizung bösen Pfusch entdeckt:
Die "Fachwerkstatt" hatte, statt über ein Relais an kl30 (Batterieplus) zu gehen, einfach das Pluskabel der Griffheizung an Kl 15 (Zündung) vom Kill-Schalter angelötet.

Als KFZ-Fuzzi hab ich das Grausen bekommen und erstmal einen neuen Kabelbaum angefertigt. Das Kabel mit kl15 blieb erhalten, allerdings als Steuerstrom für ein Zentral-Relais das jetzt alle zusätzlichen Verbraucher über einen seperaten Sicherungsträger schaltet.
Als nächstes kamen dann die Nebelscheinwerfer dran. Ich hab lange überlegt ob Nebel oder Fernlicht (Fernlicht hatte ich bereits als "Geländewagen-Scheinwerfer" an meiner 125er und daher noch die Scheinwerfer da)

Ich hab mich letztendlich dann doch für die Nebelscheinwerfer entschieden.

Entschieden hab ich mich für die Ellipsoid-Scheinwerfer von Shin-Yo, die hab ich günstig in der Bucht bekommen. Eigentlich wollte ich die Hellas, in die hätte ich nämlich Xenon einbauen können.
Befestigt ist das ganze über einen selbstgebauten Halter der unterhalb der Gabelbrücke verschraubt ist.

Das war der Prototyp, das verbaute Stück hat noch einen schmalen Quersteg oberhalb.




Wie bring ich jetzt die ganzen Schalter für Tagfahrlicht und Nebelscheinwerfer vernünftig unter?
- Ihr erinnert euch: der NTV Gasgriff!
Die NTV hat die Lichtschaltung am rechten Griff, ich hatte hier also einen Schalter mit Ein und UND Funktion. Geklemmt ist das ganze jetzt so: Pos. 1 (Standlicht) Tagfahrlicht Pos. 2 (Abblendlicht) Nebelscheinwerfer. Das Tagfahrlicht brennt also weiterhin mit.
Aus elektrischer Sicht kein Problem, die LEDs vom TFL ziehn grade mal 8 Watt.
Danach kam eine nicht ganz so gewollte Modifikation:
Ich hatte auf ein Lenkerprotektoren Kit von Acerbis geboten.
Bekommen hab ich, da ich die Beschreibung nicht ganz genau gelesen hatte, ein Befestigungskit für Konifizierte Lenker, von Acerbis, und ein Lenkerprotektoren-Blinker-Kit von MadHead.
Da ich aber Stift bin, hab ich mich dazu entschieden diese auch anzubringen anstatt weiter auf Acerbis-Protektoren zu bieten.
Ich hab dann gleich die Blinker des Kits aufs Standlicht gelegt und das eigentliche Standlicht vorrübergehend (sprich bis zum TÜV) stillgelegt.
Dank einer EU-Neu Normierung darf nämlich das Standlicht mittlerweile auch gelb sein. (Klar die Watt-Zahl ist anders, aber da kommen entweder noch Widerstände rein, oder es bleibt so)

Von vorn ist die Maschine jetzt absolut unübersehbar und würde so mancher Goldwing Konkurrenz machen.


Danach hab ich mich dem Cockpit gewidmet. Ich hatte eine laienmäßig angeklemmte 12V Steckdose am Lenker. Die hab ich direkt mal entfernt und durch eine beleuchtete Steckdose im Cockpit selbst (Loch reingefräst und verschraubt) ersetzt.
Danach hab ich, ein paar Werkstattbierchen später, das Loch für das Voltmeter gefräst. Leider hab ich mich dabei am falschen Winkel orientiert, sodass die ganze Sache etwas schief, jedenfalls nicht gerade im Fahrerblickfeld, liegt.


Das Voltmeter gabs auch in der Bucht für schlappe 2 Euro. Durch die ganzen Zusatzverbraucher ists für mich unerlässlich den Ladezustand im Auge zu haben.
Der Motorschutzbügel von H&B wurde durch eine Motorschutzplatte mit Werkzeug-Rohr ergänzt.
Da der Sturzbügel aber wenig vertrauenerweckend ist, die Verkleidung war trotz Bügel defekt, hab ich mir selbst einen zusätzlichen gebaut.
Aus dem defekten Bügel meiner alten 125er, Rohr und Flacheisen wurde ein neuer, perfekt passender Bügel gefertigt. Ich hab dazu das Mittelstück aus dem Bügel herausgetrennt, die Länge eines neuen Stückes abgemessen, die Seitenteile dazu entsprechend mit Kabelbindern am H&B Bügel befestigt, nochmal Maß genommen und dann das neue Stück Rohr eingeschweisst.
War für mich ne klasse Übung um schweißen zu üben, die Nähte wurden echt gut. Den fast fertigen Bügel hab ich dann nochmal vormontiert um die Flacheisen zur Befestigung am Rahmen anzupassen und vorzuschneiden.
Am nächsten Tag alles verschweisst, lackiert und eingebaut, sitzt wie angegossen!



Jetzt dieses Wochenende kam ein, dem Zustand geschuldeter, Zwischenschritt.
Ich hab alle Bügel mit der Flex/Drahtbürste entrostet, neu grundiert und lackiert. Zur Zeit warten die noch auf eine Schicht Klarlack, ich hatte aber keinen guten mehr da.

Das Rücklicht und die hinteren Blinker sind irgendwann mal zwischendurch getauscht worden und tun einwandfrei ihren Dienst. Sollte der Widerstand durch die Halogen-Blinker hinten so stark verändert worden sein das die Frequenz nicht mehr passt, ein Relais ist vorhanden.

Heute Abend hab ich noch mit dem Scott-Oiler angefangen, hab dann aber aufgegeben als ich festgestellt hab das mein Akkubohrer nicht da ist.
Ausserdem hab ich mir nen Koffersatz von Batanga und Lack auf 1K Basis, Farbe bronzegrün, bestellt.
Heisst: diese Woche werden erst die Bügel mit Klarlack versehen, dann die restlichen Farbsatz-Teile demontiert und vorgeschliffen/ausgebessert wo nötig und der modifizierte originale Motorschutz angebracht.
Über Quellen zu sinnvollen Anbauten wie Navihalterungen wäre ich dankbar, ich hab diesbezüglich noch keine wirkliche Idee gehabt.
Ausserdem hab ich gehört die Enduro-Fußrasten der XR würden auch bei der Transalp passen? Das wäre klasse, meine sind ziemlich verschlissen.
Auf meiner Recherche bin ich auf jemanden gestoßen der seine Gabel nach oben hin um 5cm "verlängert" hat indem er sich hat zwei Gabelstopfen drehen lassen die 5cm hoch waren. Nicht zufällig hier jemand aus dem Forum?
Viele Grüße,
Manuel