"Neuling" schrieb:Nichtsdestotrotz hat bei mir der Klemmring (solang er denn fest war - einmal Loctite vergessen) den weiteren Verschleiß der Welle meiner Meinung nach ganz gut verhindert. Ich hab vor der Montage Bilder gemacht, sobald ich dieses Jahr zum alljährlichen Service samt Kettensatztausch (ca. 10kkm nach Klemmringmontage, Kettensatz ca. 25kkm alt) komme, mach ich nochmal welche und stelle den Vergleich hier ein. Dann sollte man recht deutlich "nichts" sehen - je nachdem ob er was bringt oder nicht ;)
Viele Grüße
Domi
Bringen tut der Klemmring natürlich schon was, aber wie gesagt aus meiner Sicht hat er konstruktionsbedingte Mängel und das Material ist zu weich.
Die Nuten in der Welle werden ja nicht parallel abgenutzt, sobald das Ritzel Spiel bekommt, fängt es an zu kippeln, was dann zu ungleichmässigem Verschleiss führt. Der Klemmring zentriert dann das Ritzel einigermassen, kann aber auf Grund von zu weichem Material die enormen Kräfte nicht abfangen und der Aluring wird verformt. Deswegen finde ich das Superpinion besser in der Funktion, da Stahl und Abstützwirkung um Längen besser sind.
Auf jeden Fall, denke ich, sollte man peinlichst genau auf die Kettenflucht sowie die richtige Kettenspannung achten, hilfreich ist evtl. auch noch zwischendurch mal dieses Sicherungsblech zu tauschen. Man kann an dem Teil ja doch auch einen gewissen Verschleiß erkennen an den Zähnen seitlich, das ist nach einer gewissen Zeit deutlich zu sehen dass da vertikales arbeiten des Ritzels vorhanden ist. Bei der Transalp stell ich die Kettenflucht mit dem Meßschieber ein.
mfG aus Franken
Gerda am 8.12.2020 zuletzt bearbeitet 8.12.2020 "Michael1972" schrieb:Bringen tut der Klemmring natürlich schon was, aber wie gesagt aus meiner Sicht hat er konstruktionsbedingte Mängel und das Material ist zu weich.
AlMgCuZn1.5 ist zwar weicher als Stahl, lässt sich aber schön auf der Drehbank bearbeiten, tuts als Material in Flugzeugen und muß an dieser Stelle ja nicht verschleißfest sein, sondern mit Kraft- und Formschluß das Ritzel fixieren.
"Michael1972" schrieb:Die Nuten in der Welle werden ja nicht parallel abgenutzt, sobald das Ritzel Spiel bekommt, fängt es an zu kippeln, was dann zu ungleichmässigem Verschleiss führt. Der Klemmring zentriert dann das Ritzel einigermassen, kann aber auf Grund von zu weichem Material die enormen Kräfte nicht abfangen und der Aluring wird verformt.
Wie groß sind denn die Kräfte die auf die Klemmung wirken ? Radial gar keine, die nimmt nach wie vor die Verzahnung auf. Axial nur das geringe seitliche Spiel der Kette - und wenn das Ritzel zusätzlich mit Loktite fixiert ist gar keine.
"Michael1972" schrieb:Deswegen finde ich das Superpinion besser in der Funktion, da Stahl und Abstützwirkung um Längen besser sind.
Da bin nicht deiner Meinung, inbesondere bei bereits verschlissenen Zahnflanken sützt sich das Superpinion nur über die noch nicht abgenutzten Randbereiche ab, und der Rest "hängt in der Luft ", eine Klemmung ist da ja nicht vorhanden. Das super Pinion ist demnach nur für intakte Wellen wirklich geeignet. Bei noch intakter Verzahnung reicht die Ritzelklemmung aber dicke um Verschleiß zu verhindern.
Für mich entscheidend ist aber auch, dass ich mir die Ritzelklemmung selber schnitzen kann.
"Dodzi" schrieb:Bei der Transalp stell ich die Kettenflucht mit dem Meßschieber ein.
... und misst damit was? Wie weit die Gewindestangen aus den Enden der Schwinge rausschauen?
Da drauf würde ich nicht allzuviel geben ... es sei denn, man hat vorher überprüft bzw. sichergestellt, dass die Gewinde beidseits auf zumindest 5/10 mm gleich lang sind.
Ich hab mir einen Laser zugelegt und überprüfe damit die Kettenflucht - ist mMn zuverlässiger, weil unabhängig von irgendwelchen Spindeln, Exzentern, Gewindestücken ...
"varakurt" schrieb:Ich hab mir einen Laser zugelegt und überprüfe damit die Kettenflucht - ist mMn zuverlässiger, weil unabhängig von irgendwelchen Spindeln, Exzentern, Gewindestücken ...
Ich auch
Bitte für das Folgende nicht steinigen:
Na ihr macht da ja ne Wissenschaft draus ^^
Ich spiel jetzt mal den "Noob" und oute mich, dass ich tatsächlich die Markierungen in der Schwinge (= Pfeile / Striche) verwende. Hat für mich persönlich immer ganz gut funktioniert, man muss natürlich nur immer aufpassen, dass man auch tatsächlich gleich auf beide Seiten guckt.. Aber auf nen viertel mm genau krieg ich das so auch hin.
Wobei ich natürlich die Originalschwinge dran hab (und noch keine einer Twin), d. h. die verhält sich möglicherweise etwas anders. Die Africa Twin Schwinge hat meines Wissens nach ja die Schneckenrad-Verstellung, oder?
Grüße
Domi
"varakurt" schrieb:"Dodzi" schrieb:Bei der Transalp stell ich die Kettenflucht mit dem Meßschieber ein.
... und misst damit was? Wie weit die Gewindestangen aus den Enden der Schwinge rausschauen?
Da drauf würde ich nicht allzuviel geben ... es sei denn, man hat vorher überprüft bzw. sichergestellt, dass die Gewinde beidseits auf zumindest 5/10 mm gleich lang sind.
Ich hab mir einen Laser zugelegt und überprüfe damit die Kettenflucht - ist mMn zuverlässiger, weil unabhängig von irgendwelchen Spindeln, Exzentern, Gewindestücken ...
Ich ich nehme das Maß mit dem Innendurchmesser des Messschiebers von der hinteren, inneren Kante des Langloches in der Schwinge bis zum beliebigen Strich an der Einteilung der Führung, wenn ich dazu komme, mach ich ein Foto
mfG aus Franken
..... Laser ist natürlich auch gut, kostet aber

"Gerda" schrieb:AlMgCuZn1.5 ist zwar weicher als Stahl, lässt sich aber schön auf der Drehbank bearbeiten, tuts als Material in Flugzeugen und muß an dieser Stelle ja nicht verschleißfest sein, sondern mit Kraft- und Formschluß das Ritzel fixieren.
Ich hab das Aluteil selbst mehrere Kettensätze gefahren, nach dem ersten Wechsel hab ich bei der Montage starke Druckstellen der Wellennuten gesehen und auch beim montieren gemerkt dass die Schrauben gefressen hatten und das ganze Teil verzogen war, deswegen ist für mich das Alu an dieser Stelle nicht ausreichend, da es weder den Kraftschluss noch den Formschluss halten kann. Bei einer AT hatte ich auch so einen Klemmring, ich weiss nicht wie lange der schon drauf war, aber bei dem konnte das Ritzel wieder so verkippt werden, wie bei dem normalen Sicherungsblech.
Aus meiner Sicht funktioniert das Superpinion besser, obwohl es bei zerfressener Nutwelle nur noch aussen trägt, wie gesagt das Problem sind schräg abgelaufene Nuten und deswegen die Kippneigung des Ritzels.
"Michael1972" schrieb:"Gerda" schrieb:AlMgCuZn1.5 ist zwar weicher als Stahl, lässt sich aber schön auf der Drehbank bearbeiten, tuts als Material in Flugzeugen und muß an dieser Stelle ja nicht verschleißfest sein, sondern mit Kraft- und Formschluß das Ritzel fixieren.
Ich hab das Aluteil selbst mehrere Kettensätze gefahren, nach dem ersten Wechsel hab ich bei der Montage starke Druckstellen der Wellennuten gesehen und auch beim montieren gemerkt dass die Schrauben gefressen hatten und das ganze Teil verzogen war, deswegen ist für mich das Alu an dieser Stelle nicht ausreichend, da es weder den Kraftschluss noch den Formschluss halten kann. Bei einer AT hatte ich auch so einen Klemmring, ich weiss nicht wie lange der schon drauf war, aber bei dem konnte das Ritzel wieder so verkippt werden, wie bei dem normalen Sicherungsblech.
Aus meiner Sicht funktioniert das Superpinion besser, obwohl es bei zerfressener Nutwelle nur noch aussen trägt, wie gesagt das Problem sind schräg abgelaufene Nuten und deswegen die Kippneigung des Ritzels.
Meine Erfahrung ist eine andere, die zusätzlich verklebten Ritzel saßen bombenfest.
Die unbedeutenen Druckstellen sind tatsächlich gegenüber Stahl dem weicherem Material zuzuschreiben haben aber keinen Einfluss auf die Funktion. Dass die Schrauben im Gewinde fressen ist bei VA in ALU zumindest ungewöhnlich, hab ich jedenfalls noch nie erlebt.
Aber bitte, jeder wie er mag.
P.S. das Super Pinion gibts auch nur mit Original Zähnezahl - ein weiterer Grund für mich bei meiner Variante zu bleiben.
"Dodzi" schrieb:..... Laser ist natürlich auch gut, kostet aber 
ein halbwegs guter Messschieber auch. Und den Laser hat man ja auch ewig. Mir wars die rund 50 Euro wert, weil er mMn universeller einsetzbar ist.
"varakurt" schrieb:"Dodzi" schrieb:..... Laser ist natürlich auch gut, kostet aber 
ein halbwegs guter Messschieber auch. Und den Laser hat man ja auch ewig. Mir wars die rund 50 Euro wert, weil er mMn universeller einsetzbar ist.
Äh warte - ein Laser ist universeller als ein Messschieber? Ich glaub da musst du mich mal aufklären, welche Art von Laser du verwendest und wofür du den noch so brauchst ;)
Viele Grüße
Domi
hmpf ... blöd ausgedrückt.
Ich meinte, mit dem Laser kann ich bei mehreren Motorrädern die Kettenflucht messen. Denn nicht bei allen Motorrädern hat man zum Messen solche Voraussetzungen wie bei der TA. Zumal bei meiner TA ja eine XRV-Schwinge drinsteckt und ich da mit einem Messschieber auch nix anfangen kann.
Ok, das macht natürlich Sinn ^^
Es ist glaub ich auch durchaus praktisch, wenn man einen etwas größeren Fuhrpark besitzt oder wartet. Für mich persönlich hat sich das nur bisher nie rentiert, und wenn ich ehrlich bin wusste ich nicht mal, dass es einen Laser explizit für diesen Zweck gibt.
Ich bin mehr so der "Unterwegs feststellen, dass die Kette zu locker ist, Bordwerkzeug auspacken und in 5min sauber nachspannen"-Typ
Grüße
Domi
Blöde Noob-Frage vielleicht, aber wie "kriegsentscheidend" ist die exakte Kettenflucht für die GAW?
Machs nämlich eigentlich auch meist wie Domi beschreibt. Gerne auch mal ohne Messschieber und nur nach Auge/Makierungen. Mir ist zwar bewusst, dass die nicht zu hundertprozent genau sind, aber naja...
Liebe Grüße, Robert
Eine Kette, die nicht wirklich in der Flucht ist zwischen Kettenrad und Ritzel hat einmal viel höheren Verschleiß, weil sie eben nicht gerade ist, und geht mehr auf die Zähne.
Und dann noch auf das kippeln des Ritzels.
so, hier das Bild dazu wie ich das mache
mfG aus Franken
So hab ich es auch gemacht. Eine nachträgliche Kontrolle mit dem Laser ergab, dass die Kette korrekt ausgerichtet war.
"utze" schrieb:So hab ich es auch gemacht. Eine nachträgliche Kontrolle mit dem Laser ergab, dass die Kette korrekt ausgerichtet war.
sag ich doch
mfG aus Franken
Schön, wenn es bei Euch so war.
Aber Garantie, das es dann stimmt, die hast Du nicht.
Gibt überall Toleranzen in der Fertigung.
"utze" schrieb:So hab ich es auch gemacht. Eine nachträgliche Kontrolle mit dem Laser ergab, dass die Kette korrekt ausgerichtet war.
Hallo miteinander,
klasse, dass es bei Dir gut gepasst hat. Imho sollte man das nicht als allgemeingültig annehmen. Alle Teile unterliegen einer Fertigungstoleranz, Verschleiß, Spannungen, Montagedrehmomente, etc.. Siehe auch die Diskussion vor Kurzem um das Zusammenziehen der Schwinge mit dem Anziehen der HR-Achse. Die Schwingen der Alp sind auch nur zusammengeschweißte Kastenprofile aus der Massenfertigung und es müssen mehr Teile als nur die Schwinge maßhaltig sein.
Ein Laser ist die komfortabelste Lösung, weil der unabhängig von dritten Bauteilen ist, abgesehen vom berüchtigten Anwenderfehler
Gruß und gute Fahrt
Marvin
Hallo Transalp-Gemeinde,
für das Problem mit der GAW habe ich mal eine Idee. Das Schlagen der Kette konnte ich mithilfe einer Spannrolle ruhig stellen. Somit ist das Problem etwas abgemildert. Was mir an dem Klemmring nicht gefällt, dass er keine Verzahnung für die GWA hat. Würde es etwas bringen, wenn ich mithilfe einer Scheibe aus einem Ritzel den äußeren Teil der GAW zum halten des Ritzels mit einbeziehen würde? So ähnlich arbeitet ja auch der Klemmring oder das Superpinion-Ritzel.
Also was haltet Ihr davon?
Viele Grüße
JoJoXL
Die Spannrolle würde mich interessieren. Foto?
Grüße
Domi
Gerda am 17.1.2021 zuletzt bearbeitet 17.1.2021 "JoJoXL" schrieb:Hallo Transalp-Gemeinde,
für das Problem mit der GAW habe ich mal eine Idee. Das Schlagen der Kette konnte ich mithilfe einer Spannrolle ruhig stellen. Somit ist das Problem etwas abgemildert. Was mir an dem Klemmring nicht gefällt, dass er keine Verzahnung für die GWA hat. Würde es etwas bringen, wenn ich mithilfe einer Scheibe aus einem Ritzel den äußeren Teil der GAW zum halten des Ritzels mit einbeziehen würde? So ähnlich arbeitet ja auch der Klemmring oder das Superpinion-Ritzel.
Also was haltet Ihr davon?
Viele Grüße
JoJoXL
Das Teil heißt Klemmung weil es klemmt und daher das Ritzel auf seiner Position fixiert, nicht mehr und nicht weniger. Eine Verzahnung bringt also gar nix für diesen Zweck.
Die Scheibe müßtest du sehr fest fixieren , z.B. anschweißen. Aber wie fixierst du dann das Ritzel? Außerdem würde schon bei leicht verschlißener Verzahnung das Ritzel nur über die 3mm der unversehrten GAW die Kraft übertragen da der Rest in der Luft hängt. Das gleiche Problem besteht ja auch beim Superpinion-Ritzel.
Die Rolle hab ich schon vor Jahren montiert. Vor allem wegen des bei meiner Maschine vergrößerten Federweges am Hinterrad.

Wenn ich recht sehe, ist die Rolle an der Halterung des Hauptständers / unteren Rahmens befestigt? Ist die Feder dafür im Drehpunkt (also der Schraube) oder im Hintergrund hinter dem Inliner-Rad befestigt?
Die Rolle drückt schon auf den "unten" (also nach "hinten" zum Ritzel) laufenden Teil der Kette, oder? Wäre ja auch die Einzige Stelle, die Sinn macht.
Vielen Dank für die Infos & viele Grüße
Domi