Zwischenzeitlich hatte ich mir alle Anbauteile angesehen und entschieden was ich zum Pulverbeschichten bringe und was ich selbst wieder schick bekomme. Zum Pulverbeschichten habe ich dann die Sturzbügel, die Motorschutzhalterung, den Hauptständer und den Lenker gegeben. Weiterhin haben sie mir die Auspuffanlage sandgestrahlt, also beide Krümmer, den Schalldämpfer und die Hitzeschutzbleche. Die Auspuffanlage habe ich dann selbst lackiert mit 800er Hitzeschutzlack in 4 Schichten. Habe schon gelesen das es da bessere Methoden gibt aber schaun wir mal wie lange das hält. Den Schalldämpfer habe ich zum Strahlen natürlich versiegelt, damit der Sand dort nicht heimisch wird.

mit Schrauben, Karosseriescheiben und einer Gummilage die Öffnungen verschlossen und dann mit dünnfließendem Silikon aufgefüllt. das Silikon ist kein klebendes Silikon welches man anschließend recht einfach wieder entfernen kann. Einfach den Korken rausziehen und die Büchse ist wieder offen.
Schon am Montag konnte ich dann meine geschliffenen Zylinder abholen. Damit das alles auch schick wird habe ich die Zylinder, die Köpfe mit Deckkel und Verschlussdeckelchen, die Seitendeckel des Motors und Kleinzeug sandgestrahlt und neu lackiert. Dabei auch die verkeimten Kühlwasserkanäle des vorderen Zylinders mit Glasperlen gestrahlt damit das alles sauber ist.
Und dann ging es endlich los mit zusammenbauen. Danach hatte ich mich schon gesehnt endlich was aufzubauen und nicht immer nur zu zerlegen.
Neue Kolben mit den neuen Ringen bestückt und rein in die Zylinder
Dann Dichtflächen am Motor peinlichst gereinigt und mit neuen Fußdichtungen belegt, dann rauf mit den Zylindern und die Kolben mit den Pleueln verbunden.
Dann kamen die Kettenführungen in die Zylinder und anschließend neue Kopfdichtungen rauf und die Köpfe montiert.
Und jetzt die Fummelarbeit: Nockenwellen mit Kettenrad einbauen Kettenspanner reinzaubern und dann alles genau ausrichten damit auch die Steuerzeiten stimmen und nicht die Ventile mit den Kolben Party feiern.
Ich glaube ich habe das alles 10 mal kontrolliert und überprüft, gefühlt waren es 100mal, weil ich echt Schiß hatte da irgend einen kleine Fehler mit fatalen Folgen zu machen. Anschließend noch das Ventilspiel eingestellt.
Weiter ging es, Motordeckel waren ja schon zwischenzeitlich dran, dann noch die Kopfdeckel und aufgearbeitete Wasserpumpe angebaut
und dann mal was fürs Auge getan mit neuen Wasserschläuchen
Ich weiß, das mit dem rot ist sicher Geschmackssache aber ich mag es wenn so ein paar Farbkleckse das Gesamtbild verschönern.
Damit war der Motor fertig und ich habe ihn in die Ecke gestellt.
Der OP-Tisch kam wieder raus und das Pferdchen aus der Scheune wieder rein.
Nun musste ich mich noch um das kleine Dreckferkelchen kümmern
fast alles ab was ging und einmal Duschen bitte, mit Kunststoffreiniger und Tiefenpfleger sieht es fast neu aus.
Dann ging es Stück für Stück wieder ans zusammenbauen, alte Teile wurden gereinigt, Verschleißteile und Dichtungen erneuert.
Bremse mit neuen Belägen, und der Bremssattel mit neuen Dichtungen bestückt, der Kolben war leichtgängig und ich konnte Ihn gut reinigen.
Bremspumpe war auch ohne Beanstandung und so habe ich die auch wieder eingebaut.
Die Schwinge hat ein neues MakeUp erhalten damit sie im Gesamtbild nicht stört. Dabei gleich noch Kleinteile wie Federbein Fußrasten und Halterungen und sonstiges etwas aufgehübscht, damit am Ende nicht irgendetwas das Gesamtbild stört. Alles was Gummi und Plastik ist wurde mit Reiniger und Bürste gereinigt und Tiefenpfleger auf nahezu Neuzustand gebracht.
Dann war es soweit 30.Dezember 2016, der Motor durfte wieder an seine alte Stelle hüpfen, na gut, ich musste doch mit anfassen.
Als nächstes war die Schwinge, Kette und Hinterrad zum Einbau dran.
Kette, Kettenrad, Ritzel, Radlager und Simmerringe natürlich neu
Und hier noch ein Leckerli

)
Die Simmerringe hatten rundherum ca.1-2mm Luft wo man schon durchschauen konnte. Das mittlere Lager war so weit verschlissen das der Innerre Ring kurz vor dem herrausfallen war.
Das war also die Toleranz im Hinterrad.
Okay, dann die überarbeitete Bremse eingebaut und mit der neuen Leitung alles sauber verlegt und komplettiert.

Die orginale Bremsleitung habe ich durch eine Stahlflexleitung erseztzt.
Jetzt habe ich mal um ein paar Nebenagregate gekümmert. Termostatgehäuse gereinigt und mit neuem Innenleben bestückt, auch die Fuhler im Termostatgehäuse und Kühler erneuert, ein neuer Luftfilter und so war der Hinterbau ziemlich fertig.
Nun war es Zeit die überarbeiteten Atemwege zu installieren. Die Vergaseranlage war mit neuen Dichtungen und Sieben und mit neuen Benzin- und Entlüftungsleitungen ausgestattet. Im Ansaugdom habe ich die Gummiflansche neu eingeklebt und die Ansaugflansche zwischen Vergaser und Zylinderköpfen habe ich neu gemacht. Die alten waren so hart das sie beim Ausbau schon Risse bekommen hatten.
Dann waren die Kühler an der Reihe, welche ich zwischenzeitlich gereinigt hatte und an einigen Stellen den Lack ausgebessert habe. Einbau und Anschließen der Wasserschläucheging super, ein neuer Kühlerdeckel war selbstverständlich.
Jetzt waren die Teile vom Pulverbeschichten und Sandstrahlen zurück und die Auspuffanlage musste schnellstmöglich lackiert werden. Also habe ich mir eine Spritzkabiene aus Mahlerfolie abgehängt und mit Elektrolüfter beheizt, denn es waren draußen -7Grad. Anschließend zum trocknen ein paar Tage in der Werkstatt abhängen lassen.
So im großen und ganzen war es das vom Hintern bis zum Hals. Es gab sicher noch viele Kleinigkeiten, hier einen Schlauch verbunden, da ein Kabel wieder angeschlossen, Zündanlage mit neuen Kabeln eingebaut, etwas gereinigt, Lack ausgebessert, Schrauben ersetzt usw. Dazu einfach ein paar Bilder des Motorrad-Stilllebens.
Jetzt war es Mitte Januar und der Vorbau und die Amaturen warteten noch auf eine Runderneuerung.
Die Lenkeramaturen waren vomm Lack her schon sehr verwittert und grau. Das habe ich mit Polierpaste und Lackerneueungsmittelchen wieder akzeptabel hin bekommen. Die Elektrik unter der Lampenmaske sah natürlich nicht ganz frisch aus und da kam dann auch eine harte Putzkolonne zum Einsatz die auch gleich alle elektrischen Anschlüsse und Verbindungen mit Kontaktspray beglückt hat. Ein paar Fotos dazu:
und gereinigt
Die Gabelholme habe ich neu lackiert und das Öl gewechselt, die Gabelbrücken beide lackiert, die Kopflager habe ich erneuert.
Und dann alles wieder zusammengeschustert
Die Lagerung in der vorderen Nabe war noch sehr gut und so habe ich nur vorbeugend die Simmerringe erneuert.
Die Bremse vorn brauchte kräftige Nachhilfe. Schon beim auseinanderbauen und Bremsflüssigkeit ablassen kam da eine Puddingförmige Masse heraus die rostbraun und trübe aussah. Selbst im Vorratsbehälter war diese Puddingmasse. Auch da habe ich den Kolben komplett erneuert. Die Gehäuse waren zum Glück noch zu erhalten. Den Sattel habe ich neu lackiert, die Kolben waren so fest, ich habe 1 1/2 stunden gebraucht um diese herauszubekommen. Die verchromung war so stark angefressen das zwei neue Kolben her mussten.
Aber nun funzt alles wieder wie neu.
Sind schon ein paar Spritzer von der ersten Ausfahrt drauf.
Ja dann war noch einiges an der Verkleidung zu reparieren und die Methode hier aus dem Forum mit dem Atzeton-Lego funzt ja super. jeden tag eine dünne Schicht mit dem Pinsel aufgetragen und schon ist alles wieder fest.
inzwischen ist alles komplett 3x mit dem Zeugs übergepinselt und schön homogen und stabil in Funktion. Habe leider kein Bild wo es fertig ist. Es ist aber sehr praktisch wenn die Kiddis noch ein paar schwarze Legos haben.
An der Elektrik habe ich auch ein bischen gebastelt. Die drei leeren Steckplätze im Sicherungskasten habe ich mit Eingeweiden bestückt.

Für eine Sicherung (blaue Kabel unten rechts, 2,5A) habe ich den vorhandenen Strom genutzt um die Griffheizung zu betreiben, für die zwei weiteren (ober rechts) habe ich eine zusätzliche Stromzufur von der Batterie geholt. Darüber laufen zusätzliche Steckdose und USB-Ladebuchse sowie Spannungsanzeige im Cockpit

und eine Steckdose unterhalb des linken Seitendeckels zur Stromversorgung im Seitenkoffer bzw Topcase.

Diese Stromversorgung natürlich über ein zusätzliches Relais (mit Schrumpfschlauch erschütterungsresistent gemacht) geschaltet damit der Strom nur bei Zündung an dort anliegt.

Ein zusätzlicher Schalter zum Abschalten diese Stromversorgung ist noch auf dem Postweg.
Desweiteren habe ich mir noch eine Steckdose für das Batterieladegerät eingebaut, so brauche ich zum laden derselbigen nichts auseinanderbauen.

Achja, einen scottoiler habe ich mir noch gegönnt, neu unbenutzt, ein paar Jahre im Schrank gelegen und nun zum halben Preis verkauft.
Und nun ist das schöne Maschinchen fertig, am 5.Februar Abends war es soweit. Von Anfang an ein runder, ruhiger Motorlauf. Ich habe es mir nicht nehmen lassen und bin Abends noch eine Runde gedreht - die ersten 12km. Cool

)
Am nächsten Tag habe ich dann noch mal 30km abgespuhlt trotz kühler Temperaturen aber es funzt alles wie es soll.
Wenn Morgen gutes Wetter ist mache ich noch paar schöne Bilder. Ach ne, wäre ja schon heute.
Ah, nochwas für die Statistik: Da stecken jetzt
211 Arbeitsstunden drin.