Hallo Leute!
Ich fahre seit etwa 9 Jahren Transalp PD06, in erster Instanz gekauft weil ich in meinem heutigen Job Arbeit mit Motorradfahren kombinieren kann und meine treue alte BMW- GS, die auch von einer Panamericana-Reise schon ein bisschen mitgenommen war, nicht verhunzen wollte.
Mittlerweile ist sie mir sehr lieb geworden, die Alp ist für mich das nonplusultra an ein tolles Fahrwerk, angenehmer Motor, und guter Wind- und Wetterschutz und natürlich auch sehr attraktiv vom Preis her. Natürlich wenn man ein bisschen nachhilft.
Am Beispiel meiner alten, jetzt ziemlich verbrauchte und verranzte Alp und meiner im November gekauften „neue“ alte 88er PD06 möchte ich ein paar mögliche Verbesserungen an der Alp beschreiben, die sich in Laufe der Jahre für mich bewährt haben, und wovon ich bis jetzt geträumt habe, was an meiner neuen Alp schon dran ist. Vielleicht ist ein oder anderes dabei für euch, je nachdem wie ihr eure Transen benutzt.
Verzeiht mir mein Deutsch, i bleib oan Hollända!
Meine letzte und 2e Alp war eine 88er, aufgebaut aus 2 Transalps.

Damals beim 2 zu 1 Umbau habe ich einigen Verbesserungen nach meine Vorstellungen angebracht.
- Neuere Elektrik der 95er mit 1 grosse CDI- Box. Keine CDI- Platinendefekte mehr!
- Hohe MRA- Scheibe mit kleinem Aufsatz, etwa +5 cm.

- Lenker einer R100GS, höher und weniger Kröpfung.
- 320er HE Bremsscheibe + Stahlflex Bremsleitung + statt der ½“ Bremspumpe eine 11mm Handbremspumpe der neueren Modelle kombiniert mit der alte Bremszange und EBC- Goldstuff HH Bremsbeläge. Dies ergibt wenig Fingerkraft und Bremsleistung (in etwa) einer alten Doppelbremsanlage.

- Überarbeiteter GIVI- Hauptständer mit längerem Hebel und Schmiernippel zum unkomplizierten abschmieren.
- Manschette um das hintere, originale Federbein gegen Verschmutzung der Kolbenstange

- Zusätzlich noch einen mit Glasfasern verstärkte Gummimatte gegen Steinschlag.
- Fettnippeln an alle 3 Wellen des Schwingengelenkes.

- AT- Tank der RD04, erst mit Mikuni- Unterdruckpumpe, dann mit elektrischer Hardi 18812V Benzinpumpe (hat sich sehr bewährt), Standgasschraube vom CBR900RR damit man den Leerlauf mit angebauten Tank noch nachstellen kann.

- Neuer Hella Scheinwerfereinsatz mit Philips H4 Extreme + 100% für bessere Sicht.

- Dazu 2 x 10W, sehr kleine Solstice LED Scheinwerfer mit medium Reichweite (ohne E-zeichen aber wahnsinnslicht) gekoppelt an das Fernlicht. Seitdem siehe ich Nachts auch in (leider noch nicht um

- SW Motech Sturzbügel, die mir im letzten Jahr bei einem dummen Auffahrunfall das linke Bein gerettet haben. Nie wieder ohne! Siehe Foto hier oben!
- Rückhol- Gaszug entfernt für eine weitaus leichtgängigeren Gasgriff. Dies hat sich in etwa 90Tkm Transalp bewährt! Ich verwende nur die sauteure originale Honda Gaszüge und Kupplungszüge, mit Zubehörzüge habe ich nur schlechte Erfahrungen gemacht!
- Natürlich Kegelrollenlager im Lenkkopf, leider bekommt man heutzutage nur noch noname-Zeugs, aber das tut es auch!
- Handschützer Marke NoName, seitlich zu. Leider gibt es kaum noch gute, gegen Regen und Kälte schützende Handprotektoren auf dem markt. Die sollen alle „designt“ aussehen, scheiße ist das!

- Griffheizung von Saito, wärmt und sehr langlebig, wenn man die Kabel sauber verlegt!
- Harishu Alu Schalldämpfer (Polo), Rohr verkürzt, unter dem Koffer verlegt. Schlechte Qualität, man muss sie oft wieder neu zusammenbauen oder überholen. Der DB- Killer ist schon nach 3 Wochen weggeflogen. Ersetzt habe ich es durch ein stabiles, fest eingeschweißtes Teil. Bin kein Fan von laute Tröten!

- K&N Luftfilter
- EBC Dirtracer Kupplungskit, hält jetzt schon 50Tkm.
- Hepco- Becker Chromträger von einer Yamaha SR500, mit wenigen Eingriffen angepasst am Heckrahmen, Koffer kommen schmal an Sitzbank heran. Die Seitendeckel habe ich dafür ein wenig „geschrumpft“, damit die Koffer „saugend“ am Mopped dran sitzen. Kein Problem zwischen Autos durch zu kommen!

- Für meine Zwecke, ich muss für die Arbeit immer viel Krams mitschleppen, einen großen 60L Zarges Alubox, Deckel und Boden verstärkt. Montiert auf eine Wasserfeste Spanplatte direkt auf dem orig. Heckträger. Bier- oder Wasserkasten passen prima rein!

- Windabweiser für Beine und Füße aus einer Aluschiene mit Riffelgummi. Im Winter kann ich so auch kurze Strecken mit Motorradjeans (und lange Unterhose drunter) fahren, warme Kühlerluft kommt an die Beine. Ästhetisch nicht der Hit, praktisch einfach wunderbar, sogar wenn der Sommer kühler ausfällt!!

- Temperaturfühler für Außenluft (Billigteil) mit Beleuchtung über die Instrumente für den Winter, wird’s glatt oder nicht?

- Umgepolsterte Sitzbank, keine Ahnung von wem, hart und gut bei langer Fahrt.
- Und noch einiges mehr, fällt mir so nicht ein.
Leider sind die Originalfelgen kein bisschen resistent gegen Streusalz, deshalb habe ich etwa alle 2 Jahre einen neuen gebrauchten Satz Räder kaufen müssen, die Felgen lösen sich unter der Eloxierschicht, vor allem an den Speichenlöcher in Pulver auf, sehr gefährlich wenn man es nicht merkt, weil es auch an der Innenseite der Felge oxidiert.
Jetzt ist das Motorrad bei nur 103Tkm ziemlich vergammelt, läuft jedoch noch immer prima!
Als dann im November hier im Forum Rainer57 seine Transalp mit vielen Extrateilen anbot, habe ich zugeschlagen! Das Motorrad kam für 160€ per LKW aus Stralsund nach Solingen. Es hatte einen Unfallschaden, welches noch repariert werden musste.
Vor:

und nach dem Unfall:

Über den Winter habe ich viele Stunden und Feierabende an dem Motorrad gearbeitet. Es wurde mittlerweile komplett durch gecheckt und wird auch nach meinem Gusto und meine Zwecke umgebaut.
Im Frühjahr, wenn der Salz von der Strasse ist, werde ich noch einige Teile der alten Alp an meine „Neue“ bauen, aber erst muss der Salz komplett von der Strasse sein.
Erstmal habe ich folgende Teile an der Neue überarbeitet:
- Lenkkopflager erneuert, diese waren fettfrei und komplett verrostet.


- Schwingenlager erneuert und statt mit 2, habe ich 3 Nadelrollenlager pro Seite eingebaut, das passt! Mehr Auflagefläche = weniger Verschleiß.
- Five Stars Hauptständer habe ich verstärkt weil das Teil wirklich zu filigran ist und schon leicht verbogen war. Dabei habe ich den Aufbockhebel verlängert, ein Verstärkungsrohr eingeschweißt, Schmiernippel angebracht und neu lackiert.


- Die runde 88er Instrumente, durch den Unfall abgerissen, habe ich durch die neuere Instrumente aus einer 93er ersetzt.

Dieser hatte ich noch herumliegen. Ich mag die neuere Instrumente, sie sind deutlicher und übersichtlicher und meines Erachtens schöner als die alten Runden! Hierzu musste ich eine andere Grundplatte aus Alu anfertigen. Die Elektrische Stecker passen, allerdings musste ich die Verbindung zum Seitenständerlämpchen, bei den neueren Armaturen eingebaut, ein wenig ändern. Auch die graue plastik Seitenteile der Verkleidung musste ich durch wegfräsen an die neue Form der Instrumente anpassen.


- Warnblinkanlage, Baas BA21 (Ebääh) eingebaut, das ist sehr einfach. Aus China (Ebääh, in 6 Tage da!!) bekam ich einen passenden Warnblinkschalter für den Lenker dazu. Diese muss man vor Montage einmal auseinander nehmen und einfetten, in China kennen die kein Fett!
- An der Achse vom Fußbremshebel habe ich einen Fettnippel eingebaut.
- An alle Umlenkhebel- Lager waren schon Fettnippel eingebaut.

Leider muss man dieser Umlenkhebel trotzdem bei einer Inspektion kurz ausbauen, weil man mit dem Fett auch die Dichtringe rauspresst. Es reicht aber das alle 30Tkm zu tun, wenn die Dichtringe gut sind, bleiben auch die Lager lange erhalten! In meinem Fall waren die Lager Picobello, anscheinend schon neu gemacht worden!
- Der originale Limaregler, der sehr anfällig ist, habe ich ersetzt durch einen Mosfet- Regler aus einer CBR600 ab BJ. 2007.





- Bei der 88er Elektrik kann man das schwarze Kabel am 6er Stecker einfach weglassen oder als gesicherte Stromversorgung (+15) für andere Sachen, z.B. ein Alarm oder so, unter der Sitzbank benutzen.
- Ich habe auf einfacher Weise eine Scheinwerfer- höhen- Einstellschraube, die neben die Instrumente Platz gefunden haben, eingebaut. Einfach eine flexible Leerlauf- Einstellschraube einer Honda cbr900RR mit 5mm Gewinde kaufen, länge etwa 20cm. Dieser wird dann einfach mit einer 5mm Gewindestift und 2 M5 Muttern hinten an die originale Einstellschraube befestigt.



- Auch an diesem Motorrad kommt die 320er HE- Scheibe mit Adapter wieder dran.

Da der 11er Nissin Bremspumpe eigentlich ein wenig zu klein ist, toll für den Bremskraft, aber der Weg wird etwas länger und schwammiger, habe ich mir eine neuwertige 12mm Brembo Radialpumpe für 90€ in der Bääh gekauft. Dies ist der goldenen Mittelweg zwischen der originale ½ Zoll (12,7mm), und die 11 mm der neueren Nissin TA- Pumpen.

- Die originale alte Bremszange des 88er Modells hat größere Kolben wie die der späteren Modelle nach (ich meine) 1993. Die Kolben nehme ich regelmäßig raus, mache sie sauber und setze sie mit ATE- Spezialfett (kein Normalfett nehmen!!) wieder ein. Dies mache ich als Sommer, wie Winterfahrer mindestens 1 Mal im Jahr, weil die Kolben im Winter schnell unbeweglich werden durch Salz und Rost am Kolben.
- Das originale Federbein wird, wie bei der alten TA durch eine Schutzhülle aus synthetik geschont, Sand und Dreck kommen nicht so schnell an den empfindlichen Kolbenstange heran. Das hat sich bis jetzt sehr bewährt. Zusätzlich habe ich noch einen flexiblen Gummilappen eingebaut um zu verhindern dass Steine usw. nach vorne an das Federbein springen kann.
- Ich habe lange gegrübelt und getüftelt, um eine Federvorspannung an das originale Federbein zu montieren. Da ich meist Solo fahre, meine TA allerdings auch eine „Diensthure“ ist, der meist mit 2 volle 40L Seitenkoffer, ein volles 60L Zarges Topcase und noch einen kleinen Koffer hinten drauf bewegt wird, brauchte ich eigentlich eine hydraulische Verstellung. Allerdings konnte ich mich noch nicht überreden das 700€ teure Wilbers 640er Teil zu zu legen, wo das gesamte Mopped ein Wert von vielleicht 1500€ hat. Die hydraulische Federvorspanneinrichtung vom Honda NTV650 (auch ein Showa- Bein) passt 1:1 an das originale Showa TA- Bein.


(Ich bin gerade dabei einer NTV auf hohen Beine zu stellen, es soll eine „Ent- duro“ werden. Das was Honda eigentlich schon Mitte der 80er Jahre hätte bauen sollen ?.) Allerdings gibt es 2 Nachteile: die Federverstellung bewegt sich nur 7mm hoch und runter, das ist eigentlich zu wenig, 10 – 15 mm sollten es schon sein! Und 2tens Braucht man ein etwa 25mm kürzeren Feder mit der gleichen Federrate. Bisher habe ich noch keinen gefunden der mir das liefern kann.
- Vorne habe ich Wirth- Federn mit neues SAE10- Öl eingebaut, da hier noch die Originale verbaut waren. Nun kann ich mal vergleichen was besser ist, in meine alte Alp sind die günstigen progressiven Wilbers eingebaut. Diese wandern dann in meine „Ent-duro“ die einen kompletten Gabel der PD06, kombiniert mit der Verkleidung der PD10 bekommt.
Auch Rainer hatte schon etliche Verbesserungen an seiner TA verbaut, und zwar richtige Leckerbissen:
- Truck-Lite 5x7" LED Hauptscheinwerfer, ein Reflektorscheinwerfer in Bi-LED Technik, mit Abblendlicht, Fernlicht und Positionslicht, Zulassung ECE und SAE. Dieser habe ich im Moment in meiner alten Alp eingebaut, ich bin wirklich begeistert. Einen kleinen Minuspunkt hat er doch, und das ist das direkt vor dem Motorrad ein Streifen ziemlich dunkel ist, dann aber, ist die Dunkelheit definitiv vorbei! Für den nahen und den Kurvenbereich werde ich die kleine 10W Solstices LED’s von meiner alten Alp einbauen. Dann ist auch in Nah- und Kurvenbereich reichlich Licht vorhanden.
- Leiro VA- Krümmer hatte Rainer auch schon eingebaut. Meine Krümmer an der alten TA waren komplett durchgerostet, letzten Oktober brach sogar der Endtopf am Krümmer während der Fahrt ab. Geiler Sound!! Die VA- Krümmer sind natürlich optimal und zusätzlich sehr schön.
- Ein wunderschöner Krieger Endtopf war auch schon dran.

Dieser Rarität hat eine wunderbare Verarbeitung und einen sehr schönen Sound dazu. Sie werden leider nicht mehr gemacht. Es kann aber sein dass ich sie bald für meinen alten Harishu- Endtopf eintausche. Dieser habe ich am Krümmer gekürzt, somit liegt sie dann unterm Koffer am Kofferträger der alten Transe. Die Koffer sind damit eng am Rahmen.
- Der Motor hatte nach fast 80Tkm bei kaltem Motor noch immer 10Bar auf beide Zylinder, heißt dass der Motor noch sehr gesund ist! Der Ölverbrauch soll laut Rainer bei 0,1 Liter auf 5000 Km liegen. Der Motor soll aber, nach einer Afrika- Fahrt komplett überholt worden sein. Meine alten Alps hatten, trotz weniger Laufleistung immer nur maximal 9 Bar Druck auf den Zylindern. Ergo: ich habe kurz das Ventilspiel nachgeschaut, neue Kerzen eingebaut und ein Öl + Filterwechsel gemacht. Die Vergaser waren noch kurz ins Ultraschallbad. Ich bin gespannt wie sie läuft!
- Der Rahmen und alle Anbauteile sind Sandgestrahlt und Pulverbeschichtet worden. Das hat vor- und Nachtteile. Solange die Pulverbeschichtung intakt ist, ist es wunderbar. Sobald es durch Steinschlag eine Beschädigung gibt, kriecht bald der Rost drunter und blättert auch die Beschichtung ab. Aus diesem Grund lasse ich meine Rahmen nicht mehr Pulvern. Zweitens ist es extrem schwierig die Schicht runter zu bekommen wenn es nach einigen Jahren schlechte Stellen gibt. Bei einer normalen Lackierung kannst du den Rahmen leicht wieder Sandstrahlen oder Ähnliches. An meine Neue sieht es noch wunderbar aus, ein schönes Rot!
- Fast alle Schrauben am Möpp sind durch VA- Schrauben ersetzt.
- Ein schönes LED- Rücklicht ist angebaut,

ebenso wie
- LED- Blinker hinten. Diese waren leider nicht flexibel aufgehängt und schon angebrochen. Werde sie wahrscheinlich durch flexibel aufgehängte ersetzen.
- Daytona Griffheizung war schon angebaut, habe sie nur anders angeschlossen.
- Ein Gel- Akku war ebenso an Bord.
- Super stabile Heavy Duties Sturzbügel

waren angebaut und haben den größten Schaden beim Unfall verhindert, rechts musste der Bügel ein wenig rausgezogen werden, was nicht ganz so einfach war. Heavy Duties (Romänien) benutzt extrem steifes Stahlrohr, ganz was anderes als das butterweiche Givi- Zeugs. Außerdem sind sie mit gute Halterungen sehr stabil am Rahmen befestigt, kein Vergleich zu den anderen Herstellern die ich bisher gesehen habe, echt empfehlenswert!!!
- Eine wunderbaren Motorschutz. siehe oben, aus 4mm Aluminium (keine Ahnung welche Marke oder Hersteller) war auch schon dran. Das Teil ist so stabil dass man einfach den Motorheber drunter packen kann und das ganze Mopped anheben kann!
- 2 neue digitale CDI waren auch schon dran. Habe da unterschiedliches drüber gehört, werde mir auf jeden Fall eine der Alten als Reserve irgendwo am Rahmen strapsen. Falls die neue Boxen auch nicht halten, schraube ich die 95er Elektrik mit den neueren CDI wieder dran.
- Eine schöne neu gepolsterte Sitzbank ist auch schon dran gewesen und soll laut Aussage von Rainer richtig gemütlich sein.
- Zur Überwachung der Batterie und Regler ist ein digitaler Voltmeter im Cockpit angebracht.
- Die Funk-Diebstahl- Anlage habe ich erst einmal ausgebaut, sie war an der Verkleidung befestigt. Dieser werde ich später, nachdem die restlichen Umbauten von der alten Alp auf die neue gemacht werden, nachholen. Habe auch nicht so eine Angst das so ein altes Motorrad geklaut wird, es sei denn es ist von einem anderer TA- Besitzer wegen den schönen Sonderteilen. Und die machen so etwas nicht, oder???
So, das waren einige Ideen zur Verbesserung des Alps. Hoffe es hat euch Spaß beim lesen, und vielleicht Lust auf neue Basteleien an unsere alten Transen gemacht!