Hi,
nachdem ich nun die
Ventildeckeldichtung auch bei mir wechseln musste, berichte ich welche Abbaumaßnahmen an meiner 97er PD10 (92tkm) nötig waren. Die PD10 hat ein paar Besonderheiten (Sekundärluftfilter, Resonator). Neben den genannten Bauteilen musste ich bei mir weitere entfernen. Insgesamt waren es:
- alle Seitenverkleidungen vorne und hinten (4)
- Sitzbank
- Tank, Ansaugdom (schwarzer Kasten über den Vergasern) und Resonator
- Rahmen-Verstrebungsbrücke über dem hinteren Zylinder
- Vergaser komplett
- Kühlschlauchröhrchen an beiden Zylinder
- vordere Zündspule
- Kühlkreislauf komplett entleert
- rechter Kühler (mit Lüfter) teilweise abgebaut (bis auf Kühlschlauch unten)
- linker Sekundärluftfilterkasten
inklusive lösen aller Züge, Schläuche und Leitungen. Trotz Abbau aller o.g. Teile war es immer noch sehr eng. Am hinteren Zylinder war die am Rahmen angeschweißte rechtsseitige Halterung für die Verstrebungsbrücke im Weg. Nur mit viel Schmiere und zum Leid des Gummis (
Teile 7 und 8) ließ sich die Gesamtventildeckel-Schraube raushebeln. Das Einsetzten war ebenso ein Gefrickel.
Am vorderen Zylinder war die vordere Zündspule und der Stahlrahmen des Kühlerlüfters im Weg.
Die Gummi-Verbindungsstücke zwischen Vergaser und Zylinder waren sehr hart und widerspenstig.
Die alten Ventildeckeldichtungen waren durchgängig mit Uralt-Dichtmasse (braun, blättrig und hart) am oberen Ventildeckel (Nut) verklebt. Die Dichtungskontaktfläche vom verbleibenden Zylinder (Zylinderkopf) war plan, sauber und am hinteren Zylinder verölt. Von einer Dichtungserneuerung durch einfrickeln rate ich ab. Man kann so unmöglich die alte Dichtmasse am Ventildeckel entfernen und neue einbringen.
Insgesamt sehr viel Arbeit für die ollen Ventildeckeldichtungen. Eine Erneuerung ohne Vergaserausbau sehe ich nicht. Dafür kann man eine Ventilspielkontrolle deluxe vornehmen 8-)
Grund für die ganze Arbeit war eine Ölspur hinten links am hinteren Zylinder:

Wie man sieht, lag die alte Ventildeckeldichtung mit ordentlichem Spalt zwischen Ventildeckel und Zylinderkopf. Die Ölspur erkennt man noch trotz trockenwischen am gebundenen Dreck der Kühlrippen und Glanz der Dichtung.