"JL_RD11" schrieb:....
doch ganz schön gefordert. ...
... ja, kann man so sagen

Das war hart am Limit, weil alle bislang genutzten Werkzeuge und Tricks nichts genützt haben. Rostlöser, Petroleum ??? alles nix. Wie man hinterher gesehen hat, waren die Bohrungen für die Belagstifte in den Durchgängen der Schäfte resp Gegenlager auch nach 24 h noch staubtrocken.
Da hilft dann nur noch Grobes, d.h. Belagstifte raus flexen (zuerst mal ein Stück stehen lassen für einen versuch mit einer (sehr guten) Pumpenzange - wirkungslos), auf etwa 7,5 mm aufbohren und dann mit einem angeschliffenen (Lieblings-)Schraubendreher sein Glück versuchen.
Auf den Sechskant des Schraubendrehergriffs habe ich einen 19er Ringschlüssel aufgepresst, aber der ist auf dem Kunststoff durchgerutscht. Mit der o.a. Pumpenzange und unter Aufbietung von 120 Kg Lebendgewicht hat schließlich der Vernünftigere nachgegeben - millimeterweise. Und das Ganze 2x.
Wer es mit dem Einschlagen eines Schraubendrehers nachmachen will / muss, bitte beachten:
im Prinzip ist das der erweiterte Tipp wie mit dem Torx-Bit. Nur die Flanken des Torx kann man schlecht schärfer schleifen, deshalb ein Schraubendreher.
Die Schmalseiten des Schraubendrehers zu Schneiden anschleifen und zwar von der gegenläufigen Seite, damit bei der Linksdrehung eine möglichst steile Flanke in Drehrichtung entsteht. Je nach Tiefe des ausgebohrten Inbus-Lochs muss die Schneide des Drehers gekürzt werden, darf unten nicht aufstehen. Die normale Steigung der Dreher-Klinge kann im Normalfall beibehalten werden.
Zum Einschlagen des Drehers den Sattel vorsichtshalber mit der Kolbenseite auf einer Unterlage fixieren, ich habe eine alte Bremsscheibe auf eine Werkbank montiert. Vorschlaghammer muss auch nicht sein, es geht nur darum, "Kerben" in die Innenseite des vermasselten Inbus zu bekommen, damit die Drehkräfte wieder einen Halt finden.
Wichtig! den Schraubendreher nicht in diesem gepressten Zustand versuchen zu drehen, die Spannkräfte, die nach außen drücken, sind schon sehr groß; also erst mal wieder lockern und dann moderat einpressen, sonst blockiert man sich selbst. Hilfreich war m.E. auch, dass ich bei jedem frischen Ansetzen den Dreher mit Kältespray "eingeschrumpft" habe.
Ich habe sicher 3 oder 4 mal je Sattel nachschleifen müssen, die dünnen "Messerkanten" des Schraubendrehers sind halt auch nur bedingt leidensfähig.
Es gibt ja fertige Linksausdreher und ich habe eine schöne Sammlung davon. Aber die sind alle so ziemlich im Bohrerformat gestaltet, also viel zu stumpf am Ende, die bohren mehr als dass sie sich festbeißen und dann besteht die Gefahr, dass man evtl den Gewindesitz im Sattel beschädigt.
Zum Vorbohren haben sich meine selbst gedrehten Zentrierstücke mal wieder bestens bewährt. Bei einem Sattel habe ich ganz durchbohren müssen und bin punktgenau zentriert auf der Unterseite rausgekommen.
H.