Hallo zusammen,
wollte gerade nach den Bremsbelägen der Vorderradbremse schauen. Der Belagstift sitzt richtig fest und ich glaube, dass ich den beim nächsten Versuch rundgenudelt habe. Gibt es eine Möglichkeit, den Bremssattel so zu drehen, dass man den Stift mit einer Zange fassen kann? Oder bleibt dann nur ausbohren?
Danke.
Jörg
Technik: Belagstift Bremssattel fest
- mit der Zange kriegst den Stift nicht raus, der ist zu weich und verdreht sich eher als dass er löst.
manchmal wenn man Glück hat und den Stift durchtrennt im Bereich wo die Bremsbeläge eingehängt sind, dann löst er sich am Gewindeende doch noch, denn im Bereich wo er wieder in die Bremszange eintaucht um sich abzustützen, dort gammelt er auch gerne fest, das Reststück muss man dann mit dem Durchschlag halt rausklopfen. - Gute Idee - das probiere ich.
Danke. - ... ja ist er denn schon rund genudelt? Wenn NEIN, dann kannst Du versuchen ihn durch kräftige, aber trotzdem moderate Hammerschläge zunächst zu lockern und dann hoffentlich rausdrehen zu können.
Der 6.er Imbus muss satt drin sitzen (auch klopfen).
Wenn schon ausgenudelt, kommt es nicht mehr drauf an. Nimm einen kräftigen Akkuschrauber mit Schlagvorrichtung, treib einen gerade noch passenden Torx vorsichtig ein und lasse dann die Maschine linksrum auf kleinem Drehmoment laufen; es kommt darauf an, dem Bolzen Schläge zu erteilen und gleichzeitig dabei links zu drehen, Drehmoment langsam erhöhen, der Torx darf in dem Inbus nicht rutschen !!!.
Nächste Steigerung ist ein noch guter 6 mm, max 8 mm HS-Bohrer. Gleiches Spiel wie mit dem Torx, aber aufpassen, dass er nicht aus dem Ruder läuft und Dir das Gewinde beschädigt. Ich arbeite bei so etwas mit Zentrierstücken, die ich mir selbst drehe.
WICHTIG: Lass die Finger von allen "Linksausdrehern" aller Art. Wenn die abbrechen und das tun sie all zu gerne (!) ist der Ärger perfekt.
Wenn Du schlußendlich bohren müsstest, kauf Dir Links-Bohrer bis 8,5 / max. 9,0 mm (10er Gewinde); mit Zentrierstücken mag es gehen, sonst nur auf einer Ständer-/ Tischbohrmaschine arbeiten !
Warum links??? weil man damit den Stummel in der richtigen Richtung dreht und in den meisten Fällen das mistige Teil freiwillig raus kommt.
War der Bolzen mit Schraubensicherung? dann kannst Du es auch nochmal mit einer guten Portion Wärme versuchen, aber sehr vorsichtig ! Alu ist nicht so leidensfähig wie man vielleicht denkt. Und beim Bohren unbedingt darauf achten, dass der trichterförmige Boden des Sattels in dem Gewindeloch nicht beschädigt wird.
Und nun viel Spaß!
H. - Ich möchte die obigen Ratschläge noch um einen guten Tropfen WD40 und einige Minuten Einwirkzeit ergänzen.
- Ergänzend hilft auch den Bereich um den Stift (vor den Schlagschrauberschlägen mit neuwertigen Innensechskant) vorher mit einem Heißluftföhn warm zu machen.
- Danke für die guten Tipps. Dann bleibt die Flex erstmal im Halfter
Eine Schraubensicherung ist da vermutlich nicht dran. Der Belagstiftstopfen war auch recht fest und hatte ein "weißes" Gewinde. - Übrigens..., ich würde nur sehr zurückhaltend mit Kraft herangehen, denn der Bremssattel ist aus Aluguss und platzt gerne mal am Gewinde auf, und dann isser hin. Also gut mit WD40 einsprühen, geduuuuldig warten, dann eher klöpfeln und mit Gefühl drehen.
WICHTIG: Lass die Finger von allen "Linksausdrehern" aller Art. Wenn die abbrechen und das tun sie all zu gerne (!) ist der Ärger perfekt.
Kann ich bestätigen, danach musste ich einen neuen Sattel kaufen, bei Boonstra Motoren in Holland füngig geworden.
Wenn Du schlußendlich bohren müsstest, kauf Dir Links-Bohrer bis 8,5 / max. 9,0 mm (10er Gewinde); mit Zentrierstücken mag es gehen, sonst nur auf einer Ständer-/ Tischbohrmaschine arbeiten !
Warum links??? weil man damit den Stummel in der richtigen Richtung dreht und in den meisten Fällen das mistige Teil freiwillig raus kommt.
So macht es meine Schrauberwerkstatt auch, ich konnte eben nicht warten ....- Und für den neuen Bolzen geb ich den Tipp, ihn nur sehr leicht handwarm anzuziehen, und dann wieder eine 1/8 bis 1/4-Drehung zurück zu drehen. So fahren wir, seit dem mir so ein Unglück vor einigen Jahren auch mal passiert ist (und ich habs mit Linksausdreher versucht ---> also lass die Finger davon!) nur mehr so rum. Der Stift fällt nicht raus, schon gar nicht, wenn er mit der Madenschraube gesichert ist ... und die 1/4-Umdrehung zurück reicht aus, dass der Bolzen nicht mehr festgammelt.
Kann ich bestätigen, danach musste ich einen neuen Sattel kaufen, bei Boonstra Motoren in Holland füngig geworden.
GsD gibt es am Gebrauchtteilmarkt schon zahlreiche Alternativen zu neuen Bremssätteln.
Bei einer RD11 passen auch die Bremssättel der PD10-Modelle und die der XRV750-Modelle (wenn man jetzt auf die passende Farbgebung nicht sooo großen Wert legt) ... und wahrscheinlich noch ein Dutzend anderer Honda-Modelle- Also ich habe neue Beläge, Belagstifte, Linksbohrer bestellt. Gute Innensechskant und Torx (und Flex) habe ich im Haus. Eine Reihe guter Tipps habe ich auch bekommen = kann nur gut werden. Die Frage, ob ich die Stifte überhaupt mehr als nur locker anziehen muss, ist ungestellt beantwortet.
Sollte trotzdem nächste Woche eine RD 11 in der Börse stehen (ohne Bremssattel vorne) - ist das meiner begrenzten Geduld geschuldet
Danke, ich berichte... - Drehmoment Belagstift,
für die RD11 weiss ich es nicht auswendig, aber am WE habe ich eine Pan gemacht und da sind es 18 Nm.
Wenn Du Bedenken hast wegen der Montage, schickst mir das Geraffel komplett, ich mache sie Dir raus, notfalls sogar mit sehr viel Geduld
H. - das ist natürlich ein Angebot, dem nur mein Sinn für die Sendung mit der Maus widersteht. Wenn es dich nicht stört, wenn am Bremssattel noch ein Rest Transalp hängt, schicke ich das morgen los
Meine Hoffnung ist, dass ich am Ende nur die Beläge tausche und nicht mit Bremsflüssigkeit / Entlüftung herummachen muss.
In welchem Eck bist du Zuhause? - ... das wäre mir noch am liebsten! Schau, dass Du beim Einpacken eine ordentliche Fläche hinbekommst für die Briefmarke.
30 Km westl. KA
H. - .... und, wie weit bist Du gekommen ???
H. - Danke der Nachfrage. Ich werde erst am WE dazu kommen.
- ... bevor Du Gefahr läufst, das Gewinde oder den Stiftsitz im Sattel zu vermurksen, meldest Du Dich lieber !?
Ich hätte noch eine Methode auf der Pfanne, über die ich hier noch nichts berichten will, weil erst einmal Gelegenheit bestand, es zu testen. Das wäre m.E. sehr erfolgversprechend und vor allem, es wird nichts dabei kaputt gemacht, selbst wenn es nicht klappt! Sozusagen rückstandsfrei.
H. - Ich bin schon mal gespannt
Mfg
Dirk Kühn - Ein letzter Versuch: T30 ist zu klein, T40 ist zu groß - also T35 besorgt. Der lässt sich reinschlagen. Hilft aber nicht, weil auch der irgendwann durchnudelt. Der Belagstift ist ums Verrecken fest.
@ horst.w: Ich schicke dir eine PM... Bin mir nur noch nicht sicher, ob ich den Rest vom Mopped gleich dran lasse. - Schraub das Ding ab und schicks rüber ....
H. - Bei manchen Problemlösungen ist eben fachliches Wissen und Erfahrung erforderlich
- Kleine Sachstandsmitteilung:
wir sind in Kontakt und derzeit laufen Materialbestellungen.
Ich habe den Bremssattel ja noch nicht in Händen, aber ich möchte auf die / eine wahrscheinliche Ursache für den Ärger hinweisen:
Da ich aus Prinzip mir keine Anzugsdrehmomente merke, sondern sie immer konkret im WHB nachschaue, ist mir gestern in den WHBs etwas aufgefallen, was entscheidend sein könnte
PD06 / meine 92er, Belagstift 16 - 20 Nm, Verschlußkappe 2 - 3 Nm
RD 11 (und die ist hier gefragt), Belagstift = KEINE Angaben(!!!) , Kappe 3 Nm
Im WHB heißt es nur dazu, "den Belagstift einsetzen", Verschlußkappe einsetzen und mit 3 Nm anziehen (was ich als kontern verstehe).
Wenn der Belagstift bei der PD06 seinerzeit für bis zu 20 Nm gut war, sollte (Konjuktiv!) der für die RD 11 das auch aushalten, wobei ich den Wert schon immer für übertrieben gehalten habe und schon das eine oder andere mal ausbohren musste (zuletzt auf einer Schottlandtour).
Man ist sicher ganz gut beraten, den Stift "ETWAS" anzuziehen, d.h. mit der Hand und einem Bit-Schraubendreher, das kommt bei festem Griff auf ca 5 - 6 Nm raus und das reicht völlig; die Kappe mit den angegebenen 3 Nm kontern, da dreht sich nichts mehr raus und beim Wechseln sollte man keine Probleme mehr haben.
DISCLAIMER:
WHBs sind nicht fehlerfrei und man kann sich auch ganz leicht irren und Dinge verwechseln oder falsch verstehen.
Es wäre nett, wenn jemand, der entsprechende Unterlagen hat, das o.a. nachlesen und bestätigen würde.
H.
PS: mit den Belagstiften gehts bei Honda drunter und drüber. Das System wurde mehrfach gewechselt, die ersten ST's hatten z.B. die metallene Kappe so wie oben beschrieben, dann wurde auf Gummikappe gewechselt und inzwischen gibt es überhaupt keine Kappe mehr. Die Anzugsdrehmomente (~ 16 Nm) sind über die Zeit geblieben, die Probleme damit aber auch.
Bei den Transen ist das durchaus ähnlich. Also immer mit Maß und Ziel arbeiten und nichts übertreiben. Nach fest kommt ab! - Losgelöst von Drehmomenten und WHB, drehe ich die Belagstifte und ihre Käppchen einfach leicht gefettet handfest rein und dann etwa eine achtel bis viertel Umdrehung zurück. So lassen sie sich ohne Schwierigkeiten lösen und abhauen tun sie auch nicht.
- achtel bis viertel Umdrehung zurück? Dann brauchst es vorher auch nicht festziehen, weil nach der achtel Umdrehung ist es lose.... So gehört das garantiert nicht