"Carsten_Hütter" schrieb:Die mit Abstand meisten Unfälle bauen die 18-25-Jährigen.
Ich hab's mir bislang verkniffen, dezent hierauf hinzuweisen. Tatsächlich gibt es im Alter > 65 Jahren wieder einen kleinen
Anstieg. Wobei man zu der verlinkten Tabelle noch sagen muss, dass die sich Breite der Altergruppen stark unterscheidet: 18 bis 25 sind sieben Jahre, 25 bis 65 sind es 40. Wenn man das auf ein Risiko pro Lebenjahr umrechnet, hat man ein auf mehr als das 10-fache erhöhtes Risiko in dieser Altergruppe, verglichen mit den 25- bis 65-jährigen. Was sich als deutlicher Faktor zur Reduktion des Unfallrisikos herausgstellt hat:
Begleitetes Fahren ab 17. Wahrscheinlich würde auch der Führerschein ab 16 (wie in den USA) hier in Deutschland etwas nützen. Je früher man es lernt, vernünftig Auto zu fahren, desto besser. Es gibt gute Gründe dafür, warum auch das Schulwissen nicht erst ab 18 Jahren vermittelt wird.
Ich persönlich halte es für vernünftig, das Wissen über aktuelle Verkehrsregeln wachzuhalten und regelmäßig aufzufrischen. Zur Verringerung der Unfälle oder gar der Verkehrstoten dürfte das aber so gut wie nichts beitragen. Beim Einfahren in einen Kreisel blinken oder nicht? Im Stadtverkehr auf voneinander durch Straßenmarkierungen getrennten Fahrstreifen derselben Fahrtrichtung rechts überholen oder nicht? Unter welchen Voraussetzungen darf ein PKW mit Anhänger 100 km/h fahren, statt der sonst vorgeschriebenen 80 km/h? Alles sehr spannend. Aber würde das Nicht-Wissen zu einem Unfall führen? Oder überhaupt die Unfallgefahr des Nicht-Wissers erhöhen?
Deppen, Choleriker und chronische Raser wird man damit nicht zu Vernunftwesen umprogrammieren können. Genauso wenig wie die besoffenen Disko-Heimkehrer, deren Eltern hinterher am Grab weinen.
Das hier ist noch sehr interessant:
Wir reden von einer Situation mit der niedrigsten Zahl von Verkehrstoten seit 60 Jahren. Und bei tödlichen oder nicht-tödlichen Unfällen sind die Alten nur zu einer verschwindend kleinen Zahl beteiligt. Im Gegensatz zum allgemeinen Trend nimmt die
Zahl der Getöteten auf Fahrrädern aber dagegen zu, auf den Motorrädern nur sehr gering ab. Schon bislang war es so, dass das größte relative Risiko (egal, ob man es auf den Fahrzeugbestand oder die zurückgelegten Kilometer bezieht) im Straßenverkehr ums Leben zu kommen, Zweiradfahrer haben, gefolgt von den Fußgängern - die Schere wird noch größer.
Nach meiner Meinung sollten sich die Verkehrspolitiker lieber mit anderen Dingen beschäftigen, als mit einer Befristung des Führerscheins oder einer Altersgrenze für Autofahrer. Wie wäre es mal mit einer Sanierung unseres maroden Straßensystems? Einer Entschärfung der Leitplanken für Motorradfahrer? Dem konsequenten Verbot von Bitumen-Flickschusterei? Wie können wir die Zahl der getöteten Kinder im Straßenverkehr vermindern, vor allen die derer auf Fahrrädern? Oder zumindest einen weiteren Anstieg vermeiden? Sind mehr Fahrradwege nötig? Oder lieber weniger und dafür konsequenter Vorrang der Fahrräder - oder sogar aller schwächeren Verkehrsteilmehmer - auf den Straßen ("Shared Space")? Holland hat mir beim ITT in der Hinsicht ausgesprochen gut gefallen...
Entschuldigung für das lange Posting
fands aber interessant , ernst